home Auto, Wirtschaft Probleme bei Produktion und Absatz: Tesla-Aktie bricht massiv ein

Probleme bei Produktion und Absatz: Tesla-Aktie bricht massiv ein

Bild: tesla.com / Tesla Inc.

Der US-Elektroautobauer Tesla hat im ersten Quartal dieses Jahres deutlich weniger Fahrzeuge als erwartet ausgeliefert. Das Unternehmen teilte heute mit, dass nur rund 63.000 Fahrzeuge an die Kunden gebracht wurden. Dies ist ein Rückgang von 31 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal. Vom Hoffnungsträger Model 3 verließen 50.900 Exemplare die Fabrik, was einem Minus von 20 Prozent entspricht. Analysten hatten mit rund 10.000 Fahrzeugen mehr gerechnet.

Freiwillige sollten Autos zu Häfen bringen

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Tesla wurde im Juli 2003 von Martin Eberhard und Marc Tarpenning gegründet. 2004 wurde Elon Musk Aufsichtsratsvorsitzender und stieg zur prägenden Figur bei Tesla auf. Die Gründer verließen 2008 das Unternehmen. Von 2008 bis 2012 wurde mit dem Tesla Roadster das erste E-Auto der Marke gebaut. Anschließend entwickelte man das Oberklasse Modell „S“, dessen SUV-Ableger „X“ sowie die Mittelklasse-Limousine „Model 3“.
Der Grund für den massiven Absatzrückgang ist laut Tesla die Fokussierung auf internationale Märkte, was längere Lieferzeiten zur Folge habe. Das in der Massenproduktion noch relativ unerfahrene Unternehmen habe demnach große Probleme gehabt, den Auslieferungsbeginn des Model 3 nach Europa und China zu stemmen. Dies schlug sich auch in der Produktion insgesamt nieder. So produzierte Tesla im Auftaktquartal des Jahres insgesamt rund 77.100 Fahrzeuge und damit knapp elf Prozent weniger als im Vorquartal. Davon entfielen auf das Model 3 62.950 Stück. Wie Tesla-Chef Elon Musk bestätigte, könnten der niedrige Absatz und Preisanpassungen das Netto-Quartalsergebnis belasten.

Bereits im Februar hatte der Konzernchef angekündigt, dass sein Unternehmen im ersten Quartal voraussichtlich einen Verlust ausweisen werde. In einer internen Mail hatte Musk zudem die Mitarbeiter aufgefordert, alles zu geben, damit man mehr Autos ausliefern könne. Der Tesla-Chef soll sogar Freiwillige gesucht haben, um die Elektroautos in Häfen zu fahren, von wo aus sie verschifft werden können. Die Börse reagierte auf die schlechten Nachrichten von Tesla empfindlich: Die Aktie verlor im vorbörslichen US-Handel knapp 10 Prozent auf 262 US-Dollar. Die US-Bank JP Morgan senkte das Kursziel für Tesla von 215 auf 200 Dollar. Schon im deutschen Handel war die Tesla-Aktie zuvor um fast acht Prozent auf 241,82 Euro gefallen. Auch der Analyst Ryan Brinkman reduzierte seine Schätzungen. Die vom US-Elektroautobauer vorgelegten Zahlen zur Produktion und zu den Auslieferungen im ersten Quartal seien weit schlimmer als erwartet. Er rechne daher mit einer schwächeren Gewinnentwicklung im Auftaktquartal.

Mit günstigem Model 3 in den Massenmarkt

Die Engpässe sowie die große Nachfrage treffen Tesla in einer kritischen Phase, die Mitarbeiter arbeiten offenbar am Limit. Nach Berichten in den vergangenen Wochen ist der Krankenstand aktuell so hoch wie bei keinem anderen Autohersteller. Seit rund einem Monat bietet Tesla zudem eine vergünstigte Version des Model 3 an, das das Unternehmen von der Luxus-Nische in den Massenmarkt bringen soll. Die nur 35.000 Dollar teure Ausführung musste das Unternehmen allerdings mit Einschnitten gegenfinanzieren: So schloss das Unternehmen einige Läden und schwenkte stattdessen auf den Online-Verkauf um.