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Gefährliches West-Nil-Virus bei Mücken in Tschechien nachgewiesen

Bild: pixabay.com / FotoshopTofs

Im Südosten Tschechiens haben Forscher bei Mücken das gefährliche West-Nil-Virus nachgewiesen. Die Wissenschaftler fanden das Tropen-Virus bei Stechmücken der Art Culex modestus, wie die tschechische Zeitung „MF Dnes“ schreibt. Die betroffenen Insekten bevölkern vor allem die Fischteiche in Südmähren – einer Region an der Grenze zu Österreich, die ein beliebtes Ziel ausländischer Wander- und Fahrradtouristen ist.

Symptome ähneln grippalem Infekt

INFO-BOX:
West-Nil-Virus
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Das West-Nil-Virus wurde zum ersten Mal 1937 in Uganda isoliert. Es infiziert hauptsächlich Vögel, kann aber auch auf Menschen, Pferde und andere Säugetiere übergreifen. Ins öffentliche Interesse rückte das Virus 1999 mit dem ersten Auftreten in Nordamerika, wo es sich seitdem massiv ausbreitete. Mittlerweile gilt als erwiesen, dass das Virus von einer in einem israelischen Flugzeug auf der Strecke Tel Aviv-New York transportierten, infizierten Mücke eingeschleppt wurde.
Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, erklärte Oldrich Sebesta vom Gesundheitsamt in Brünn (Brno): „Das Risiko einer Ansteckung existiert und jeder sollte an den Insektenschutz denken“. Sebesta nimmt an, dass der Krankheitserreger durch Zugvögel aus Afrika eingeschleppt und dann durch Mücken bei einer Blutmahlzeit aufgenommen wurde. Wie das Centrum für Reisemedizin (CRM) mitteilt, wird das Virus üblicherweise von nachtaktiven Mücken von Vögeln wieder auf Vögel übertragen. Zu nachgewiesenen Infektionen war es in Tschechien zuletzt 1997 nach einer länger andauernden Hochwasserperiode gekommen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wies vor kurzem auf ihrer Webseite auf Krankheiten hin, die „nach wie vor große Probleme für die öffentliche Gesundheit darstellen“ und weiterer Forschung bedürfen. Hierzu gehört auch das West-Nil-Fieber, ausgelöst durch das West-Nil-Virus. Menschen können durch den Stich einer infizierten Mücke erkranken. Die Symptome ähneln mit Fieber, Abgeschlagenheit, Erbrechen, Kopf- und Muskelschmerzen einem grippalen Infekt und sind nach einer Woche vorüber. In seltenen Fällen kann es aber auch zu schweren Verläufen mit neurologischen Symptomen bis hin zu Lähmungen und sogar dem Tod kommen. Besonders für ältere Menschen ist die Krankheit gefährlich. Impfstoffe befinden sich zwar in der Entwicklung, bislang gibt es jedoch kein zugelassenes Impfpräparat oder eine wirksame Therapie gegen das Virus. Lediglich die Symptome können medikamentös gelindert werden.

2017 mehrere Fälle von West-Nil-Fieber in Griechenland

Auch in anderen europäischen Ländern treten immer wieder vereinzelte Infektionen auf, so gab es beispielsweise 2017 in Griechenland mehrere Ansteckungen. In diesem Jahr wurde nach Angaben der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC noch kein Fall von West-Nil-Fieber erfasst. Allerdings ist eine genaue Diagnose nur in den ersten Tagen der Erkrankung mit dem Nachweis von West-Nil-Viren im Blut des Infizierten möglich. Und selbst diese ist nicht zu einhundert Prozent sicher, da die West-Nil-Viren Dengue- und Gelbfieber-Viren ähneln, die zur selben Gattung gehören.