home Gesundheit Low Carb-Diäten können Lebenserwartung um bis zu vier Jahre verkürzen

Low Carb-Diäten können Lebenserwartung um bis zu vier Jahre verkürzen

Bild: pixabay.com / RitaE

Low Carb-Diäten gehören bereits seit vielen Jahren zu den beliebtesten Abnehm-Programmen. Erfolgreich ist diese Diät-Form vor allem, weil Abnehmwillige dabei kein Gefühl des Verzichts haben. Eine Studie amerikanischer Forscher zeigt nun jedoch, dass der Verzicht auf Kohlenhydrate allein gefährlich sein kann. Vielmehr empfehlen die Wissenschaftler eine nur moderate Senkung der Kohlenhydrate-Aufnahme verbunden mit einem Wechsel von Fleisch zu pflanzlichen Proteinen und Fetten.

Pflanzliche Proteine und Fette fördern gesundes Altern

An der Studie nahmen rund 15.500 Probanden teil, die anhand eines Fragebogens zu den konsumierten Nahrungsmitteln und Getränken sowie den eingenommenen Portionsgrößen befragt wurden. Zusätzlich werteten die Wissenschaftler sieben weitere internationale Studien aus, sodass das Essverhalten von über 400.000 Personen unter die Lupe genommen wurde. Darunter waren rund 40.000 Todesfälle. Die Forscher fanden heraus, dass Personen, die sich nur mit wenigen Kohlenhydraten ernährten und stattdessen vermehrt auf tierische Eiweiße und Fette zurückgriffen, mit einer verkürzten Lebenserwartung von bis zu vier Jahren rechnen müssen. Der Effekt verkehrt sich jedoch ins Positive, wenn eine niedrige Aufnahme von Kohlenhydraten durch eine vermehrte Zufuhr von pflanzlichen Proteinen und Fetten ergänzt wird. Somit ist nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler nicht mehr die kohlenhydratarme Kost der Auslöser für die Sterbefälle, sondern die stattdessen verwendeten Nahrungsmittel tierischen Ursprungs wie Fleisch, Käse, Einer und Milch.

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Auch die Kohlenhydratmenge scheint für die Lebenserwartung von entscheidender Bedeutung zu sein: Lag die tägliche Zufuhr zwischen 50 und 55 Prozent der Gesamtkalorienmenge, war die Langzeitprognose am günstigsten. Bei zu hohem (über 70 Prozent) oder zu niedrigem (unter 40 Prozent) Kohlenhydratanteil an der Gesamtkalorienmenge klettere die Sterblichkeitsrate spürbar in die Höhe. „Unsere Ergebnisse deuten auf eine U-förmige Beziehung zwischen Lebenserwartung und Gesamtkohlenhydrataufnahme hin, wobei die Lebensspanne bei Menschen mit 50 bis 55 Prozent Kohlenhydratzufuhr am größten ist“, schrieben die Wissenschaftler in ihrer Studie, die im Fachmagazin „The Lancet Public Health“ veröffentlicht wurde (siehe auch Info-Box). Kohlehydratreiche Ernährung nach westlichem Vorbild führt häufig zu einem erhöhten Verbrauch an tierischen Fetten und Proteinen, die für Entzündungen und Alterungsprozesse im Körper verantwortlich gemacht werden. Werden die tierischen Proteine und Fette aber durch pflanzliche ersetzt, können sie das gesunde Altern auf lange Sicht fördern.

DGE: Kohlenhydrateaufnahme von mindestens 50 Prozent

Die Erkenntnisse der Studie decken sich auch mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die in ihren Leitlinien ebenfalls eine Kohlenhydratzufuhr von mindestens 50 Prozent empfiehlt, wobei die Fettzufuhr zwischen 30 und 35 Prozent liegen sollte. Die restliche Energiemenge sollte sich aus pflanzlichen Fetten und Eiweißen (rund 15 bis 20 Prozent) zusammensetzen. Wer also Gewicht verlieren und sein Risiko für Herz-/Kreislauferkrankungen und Diabetes senken will, sollte keinesfalls vollständig auf Kohlenhydrate verzichten, sondern die Kohlenhydratezufuhr sinnvoll durch pflanzliche Fette und Eiweiße ergänzen.