home Kino „Aus dem Nichts“: Deutschlands schickt NSU-inspiriertes Drama von Fatih Akin ins Oscar-Rennen

„Aus dem Nichts“: Deutschlands schickt NSU-inspiriertes Drama von Fatih Akin ins Oscar-Rennen

Bild: wikimedia.org / Capitalg

Fatih Akins Drama „Aus dem Nichts“ bewirbt sich für Deutschland um eine von insgesamt fünf Nominierungen als bester fremdsprachiger Film bei den Oscars 2018. Die Verleihung findet am 4. März 2018 in Los Angeles statt. Die Entscheidung, welcher Film für Deutschland ins Rennen um die begehrte Filmtrophäe gehen soll, wurde von einer neunköpfigen Jury im Auftrag von German Films, der Auslandsvertretung des deutschen Films, getroffen. Diese lobte den Film, der gleichzeitig Drama, Gerichtsfilm und Thriller sei, als „schonungslos und von mitreißender Erzählkraft“. Der Streifen mache das „Politische menschlich“ und entfalte eine „große Sogwirkung“.

Diane Kruger beste Hauptdarstellerin mit „Aus dem Nichts“ in Cannes

INFO-BOX:
Deutsche Beiträge für
den Auslands-Oscar
- 2009: Der Baader Meinhof Komplex
- 2010: Das weiße Band
- 2011: Die Fremde
- 2012: Pina
- 2013: Barbara
- 2014: Zwei Leben
- 2015: Die geliebten Schwestern
- 2016: Im Labyrinth des Schweigens
- 2017: Toni Erdmann
Die Handlung des Films wurde von der Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) inspiriert. Die Geschichte dreht sich um ein Attentat zweier Neonazis in Hamburg, bei dem ein kurdischer Vater und dessen Sohn ums Leben kommen. Die Ehefrau und Mutter der beiden Anschlagsopfer wird gespielt von Diane Kruger. Der Film wurde erstmals im Mai bei den Filmfestspielen in Cannes vorgestellt, wo Kruger damit den Preis als beste Hauptdarstellerin gewinnen konnte.

Die „Goldene Palme“ als bester Film holte in Cannes übrigens der schwedische Film „The Square“ von Regisseur Ruben Östlund, der heute von Schweden als nationale Einreichung für den Auslands-Oscar bestimmt wurde. Über mangelnde Konkurrenz kann sich „Aus dem Nichts“ somit nicht beklagen. Fatih Akins Film wurde von der Fachjury unter insgesamt elf Bewerbern ausgewählt. Darunter befanden sich u.a. die Flüchtlingskomödie „Willkommen bei den Hartmanns“ von Simon Verhoeven und „Jugend ohne Gott“ von Alain Gsponer.

„Toni Erdmann“ unterlag 2016 „The Salesman“

Die endgültig für den Auslands-Oscar nominierten fünf Filme werden am 23. Januar 2018 bekannt gegeben. Von den bei den Oscars in den letzten zehn Jahren eingereichten deutschen Beiträgen schafften es nur drei auf die Nominierungsliste der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“. Dies waren im vergangen Jahr „Toni Erdmann“ von Maren Ade, „Das weiße Band“ von Michael Haneke im Jahr 2010 und ein Jahr zuvor „Der Baader Meinhof Komplex“ von Uli Edel.

Ades Komödie waren im vergangenen Jahr gute Chancen auf den Oscar-Gewinn eingeräumt worden, der Gewinner war letztlich jedoch „The Salesman“ des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi. Der letzte deutsche Gewinner des Auslands-Oscars war „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck im Jahre 2007. Zuvor hatten auch „Nirgendwo in Afrika“ von Caroline Link (2003), „Mephisto“ von Istvan Szabo (1981) und die „Blechtrommel“ von Volker Schlöndorff (1979) die Trophäe einheimsen können. Wer sich noch vor den Oscars einen Eindruck von Fatih Akins neuem Werk machen will, kann dies ab 23. November tun, wenn der Film in den deutschen Kinos startet.

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