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Abschaffung der Sommerzeit: EU-Parlament startet Online-Befragung

Bild: pixabay.com / kalhh

Seit vielen Jahren erregt die Zeitumstellung im Frühjahr und Herbst die Gemüter. Nun erwägt die EU-Kommission eine Abschaffung der umstrittenen Sommerzeit und hat dazu jetzt eine Online-Befragung ihrer Bürger im Internet gestartet. Teilnehmen können bis zum 16. August sowohl Privatpersonen wie auch Unternehmen und Verbände.

Nationale Alleingänge sollen ausdrücklich verboten werden

INFO-BOX:
EU-Umfrage
Sommerzeit
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Zur Umfrage der EU-Kommission bzgl. der Abschaffung oder Beibehaltung der Sommerzeit gelangen Sie mit einem Klick auf "mehr dazu". Die Teilnahme ist bis einschließlich 16. August 2018 möglich.
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Das EU-Parlament hatte im Februar dieses Jahres eine Überprüfung der bestehenden Regelung durch die Kommission gefordert. Diese will sich nun anhand der gestarteten Umfrage ein Bild zur Unterstützung oder Ablehnung machen. Von Kritikern wird u.a. auf negative Folgen für die Gesundheit durch die Umstellung auf Sommerzeit verwiesen. Die Forderung des Verkehrsausschusses, diese komplett abzuschaffen, wurde seinerzeit allerdings verworfen. Auch einige EU-Mitgliedsstaaten hätten in letzter Zeit die Zeitumstellung angesprochen, teilte die EU-Kommission mit. So will Finnland die halbjährliche Umstellung abschaffen, während Litauen verlangt habe, die Regelung zu überprüfen, um regionalen und geografischen Unterschieden Rechnung zu tragen. Außer Frage steht für das EU-Parlament dabei, dass auch nach einer eventuellen Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung unbedingt eine einheitliche EU-Zeitregelung beibehalten werden muss. Eine nationale Umstellung soll in diesem Fall daher ausdrücklich verboten werden.

In der Befragung können von den Teilnehmern u.a. Gründe zur Entscheidung für oder gegen die Sommerzeit angegeben. Dazu gehören Gesundheit, Energieeinsparung, Freizeitaktivitäten am Abend oder die Verkehrssicherheit. Bei einer Ablehnung kann zudem eine Präferenz für „ständige Winterzeit“ oder „ständige Sommerzeit“ abgegeben werden. Die Sommerzeit wurde in Deutschland 1980 im Nachklang auf die schwere Ölkrise zur Energieeinsparung eingeführt. In anderen Ländern geschah dies teilweise deutlich früher. Seit 2002 ist die Umstellung EU-weit einheitlich geregelt, um beispielsweise Probleme durch unterschiedliche Uhrzeiten beim Gütertransport oder bei Flug- und Bahnverbindungen zu vermeiden. Die Uhren werden seither stets am letzten Sonntag im März um eine Stunde vor und am letzten Sonntag im Oktober wieder um eine Stunde zurückgestellt.

Energiespareffekte durch Sommerzeit bestenfalls marginal

Wie ein Sprecher der EU-Kommission weiter mitteilte, erlaubten Studien zu möglichen Gesundheitsproblemen infolge der Zeitumstellung bis heute keine eindeutigen Schlussfolgerungen. Daher müsse nun eine Entscheidung auf „Basis von anderen Kriterien“ getroffen werden. Neueren Untersuchungen zufolge könnten zwar die Auswirkungen auf den Biorhythmus der Menschen größer als bisher angenommen sein, allerdings gebe es auch positive Aspekte für die Gesundheit, beispielsweise durch häufigere und längere Freizeitaktivitäten im Freien. Die ursprünglich durch die Einführung der Sommerzeit erhofften Energiespareffekte seien darüber hinaus aber bestenfalls „marginal“.