home Panorama Paukenschlag: ARD stellt „Lindenstraße“ nach 34 Jahren ein

Paukenschlag: ARD stellt „Lindenstraße“ nach 34 Jahren ein

Bild: wikimedia.org / Lindenstraße/ARD

Seit rund 33 Jahren ist die „Lindenstraße“ im TV für viele Menschen ein sonntägliches Ritual. Nun aber hat sich die Fernsehprogrammkonferenz der ARD mehrheitlich dazu entschieden, den auslaufenden Produktionsvertrag nicht zu verlängern. Das teilte der Westdeutsche Rundfunk (WDR) in Köln mit. Als Grund für die Entscheidung nannten die Verantwortlichen des Ersten Deutschen Fernsehens die bereits über lange Zeit sinkenden Quoten.

Letzte Folge wird im März 2020 ausgestrahlt

Ganze Fernsehgenerationen sind mit der Lindenstraße aufgewachsen und erleben nun das Ende einer TV-Ära. Nach Angaben von ARD-Programmdirektor Volker Herres habe man sich die Entscheidung im verantwortlichen Gremium „nicht leicht gemacht“. Ferner betonte Herres in einer offiziellen Pressemeldung, dass das abnehmende Zuschauerinteresse an der Lindenstraße nicht mit den Sparzwängen der ARD und den Produktionskosten für eine „solch hochwertige Serie“ zu vereinbaren sei.

Bis die Kultserie endgültig von der Mattscheibe verschwindet, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Aktuellen Planungen zufolge können sich Fans der Lindenstraße langsam auf die letzte Folge vorbereiten. Diese soll im März 2020 ausgestrahlt werden. Immerhin versprechend die Schöpfer um den „Vater der Lindenstraße“ Hans W. Geißendörfer ein „fulminantes“ Finale.

„Lindenstraße“ als Spiegel der Gesellschaft

INFO-BOX:
"Lindenstraße"
mehr dazu
Die erste Folge der von Hans W. Geißendörfer erfundenen „Lindenstraße“ lief am 8. Dezember 1985. Seitdem wurden rund 1.700 Episoden gesendet. Die Handlung der Serie spielt in München, gedreht wird aber auf dem WDR-Studiogelände in Köln-Bocklemünd. Für die Dreharbeiten stehen ständig 100.000 Requisiten zur Verfügung.
Dass die Entscheidung den ARD-Verantwortlichen nicht leichtgefallen ist, ist wohl auf die Sonderstellung der „Lindenstraße“ in der TV-Welt zurückzuführen. Immerhin galt die Serie über Jahrzehnte als Spiegelbild der Gesellschaft und war sich auch nicht zu schade, aktuelle Konfliktthemen zu thematisieren. Vor allem in den Anfangsjahren stieß die „Lindenstraße“ mit Themen wie Homosexualität immer wieder öffentliche Debatten an.

Während sowohl bei Fans als auch bei den Schauspielern der 150 Meter langen „Lindenstraße“ auf dem WDR-Gelände in Köln-Bocklemünd wohl Trauerstimmung herrscht, scheint das Serienaus den Großteil der Bevölkerung nicht sonderlich zu treffen. Einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Portals „t-online“ unter mehr als 12.000 Befragten zufolge finden nur rund 19 Prozent die Entscheidung als „eher negativ“ oder „sehr negativ“. Während das Schicksal der „Lindenstraße“ gut einem Viertel der Befragten egal ist und 18 Prozent die Serie nicht einmal kennen, sehen satte 40 Prozent das Serienaus sogar als „positiv“ oder „sehr positiv“. Im Angesicht dieser Zahlen wird klar, warum die ARD infolge sinkender Quoten die Reißleine ziehen musste.