home Panorama, Politik Auslandstelefonate in der EU werden ab Mai 2019 günstiger

Auslandstelefonate in der EU werden ab Mai 2019 günstiger

Bild: pixabay.com / schiffdirk

Die EU-Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament haben sich auf eine Senkung der Tarife für Telefonate innerhalb der Europäischen Union geeinigt. Demnach sollen Auslandsgespräche ab Mai 2019 nicht mehr als 19 Cent pro Minute kosten. Für SMS an ausländische Rufnummern sollen maximal sechs Cent Gebühren fällig werden. Das Europaparlament hatte sogar einen kompletten Wegfall der Gebühren für Auslandstelefonate gefordert.

Bis zu 15 Euro für ein zehnminütiges Gespräch

Seit Sommer 2017 können Handynutzer im Ausland bereits zum selben Tarif telefonieren, simsen und im mobilen Internet surfen wie zu Hause. Nach Angaben der „Marktwächter Digitale Welt“ der Verbraucherzentralen kosten hingegen Anrufe und SMS vom Festnetz oder vom Handy an ausländische Nummern aktuell zwischen 19 Cent und 14,90 Euro für ein zehn Minuten langes Gespräch. „Diese Einigung ist wesentlich, um den wachsenden Verbindungsbedarf der Europäer zu decken und die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken“, sagte der zuständige EU-Kommissar Andrus Ansip. Auch aus dem EU-Parlament kamen positive Reaktionen. So teilte die SPD-Abgeordnete Constanze Krehl mit, das es bei der Kostendeckelung zwar noch „Luft nach unten“ gegeben habe, der Effekt aber dennoch groß sei.

Ausbau der 5G-Mobilfunknetze bis 2020

INFO-BOX:
Kodex für die elektr. Kommunikation
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Weitere Informationen zur Reform des Kodex für die elektronische Kommunikation erhalten Sie mit einem Klick auf "mehr dazu" (PDF, Englisch).
Die neue Regelung zur Deckelung dieser Gebühren soll am 15. Mai kommenden Jahres in Kraft treten. Der Verstoß ist Teil einer Reform des Kodex für die elektronische Kommunikation, der auch die Handyfrequenzvergabe auf europäischer Ebene regelt. Die Reform soll Investitionen in die Infrastruktur fördern, etwa zum schnelleren Ausbau der 5G-Mobilfunknetze bis 2020, die eine wesentlich schnellere Datenübertragung ermöglichen.

Die für die Handys wichtigen Funkfrequenzen sollten dann mit einer Laufzeit von 20 Jahren an die Telekommunikationsunternehmen vergeben werden, wodurch für die Anbieter auch eine höhere Sicherheit für Investitionen gewährleistet ist. Die Einigung muss noch von den Mitgliedsstaaten und vom EU-Parlament formell bestätigt werden, bevor sie Gesetz wird.