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Internationaler Frauentag: Berlin macht 8. März zum gesetzlichen Feiertag

Bild: wikimedia.org / Miriam Guterland / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Berlin hat heute als erstes Bundesland den Internationalen Frauentag zum gesetzlichen Feiertag ernannt. Ein entsprechender Antrag wurde im Berliner Abgeordnetenhaus mit 87 gegen 60 Stimmen angenommen. Der Internationale Frauentag findet in jedem Jahr am 8. März statt. Für die Berliner soll dieser bereits in diesem Jahr arbeits- und schulfrei sein. Damit schließt Berlin, das bisher mit einer Anzahl von neun bundesweit die wenigsten gesetzlichen Feiertage im Kalender stehen hatte, zu Ländern wie Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen auf.

CDU: Entscheidung für Frauentag „zutiefst reaktionär“

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Der Internationale Frauentag hat seine Wurzeln in der Konferenz sozialistischer Frauen 1910 in Kopenhagen. Initiatorin war die Frauenrechtlerin Clara Zetkin. Zunächst fand er am 19. März statt, später setzte sich der 8. März als Datum durch. Zentrale Forderung bei den Kundgebungen in Deutschland war zunächst die Einführung des Frauenwahlrechts, das 1918 durchgesetzt wurde.
„Der heutige Tag ist ein ganz großes Zeichen dafür, dass wir auf dem Weg der Gleichstellung von Frau und Mann weiterkommen“, sagte die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Derya Caglar, im Anschluss an das Votum der Abgeordneten. Auch von Linken und Grünen wurde der Beschluss begrüßt. Kritik kam hingegen aus den Reihen von CDU, FDP und AfD. Diese kritisierten, dass statt des Frauentags viel eher der Reformationstag am 31. Oktober als gesetzlicher Feiertag hätte gewählt werden müssen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Union, Stefan Evers, kritisierte die Feiertagsentscheidung als „zutiefst reaktionär“. Mit dem Frauentag als Feiertag stehe Berlin in einer Reihe mit Ländern wie Nordkorea, Vietnam, China und Kambodscha.

Die frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Anja Kofbinger, erklärte demgegenüber, die Koalitionsfraktionen hätten sich für den Internationalen Frauentag entscheiden, weil es ein religionsunabhängiger Feiertag für alle Berliner sein sollte. Mit dem 8. März würden zudem alle Menschen einmal im Jahr daran erinnert, dass Frauen immer noch nicht gleichberechtigt sind. Aus diesem Grunde sei für sie der Tag ein „politisches Highlight“. Der Abstimmung war ein langer Streit über das Datum vorausgegangen. So hatten Regierungschef Michael Müller (SPD) auch den 18. März als Erinnerung an die Märzrevolution 1848 oder der Beauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Tom Sello, den 9. November als Tag des Mauerfalls ins Spiel gebracht. Schließlich beschloss die Linksfraktion, sich auf den 8. März festzulegen, was von den Koalitionspartnern SPD und Grüne mitgetragen wurde.

Bayern mit 14 Feiertagen deutschlandweit Spitze

In der Bundehauptstadt wird zudem der 8. Mai 2020 ein einmaliger Feiertag sein. An diesem Tag wird der 75. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus begangen und der Beendigung des Zweiten Weltkrieges in Europa am 8. Mai 1945 gedacht. Trotz des neuen Feiertags hinkt Berlin bei der Anzahl der Feiertage anderen Bundesländern hinterher. An der Spitze steht Bayern mit 14 gesetzlichen Feiertagen, gefolgt von Baden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen und dem Saarland, deren Einwohner sich über zwölf gesetzliche Feiertage im Jahr freuen dürfen.