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FIFA-Urteil: Anthony Modeste hat China-Vertrag ohne triftigen Grund gekündigt

Bild: wikimedia.org / 9EkieraM1 / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Rückkehr von Fan-Liebling Anthony Modeste zum 1. FC Köln löste vor wenigen Wochen großen Jubel aus. Doch noch immer liegt für den Stürmer keine Spielerlaubnis vor. Nach einem heute bekanntgewordenen Urteil der FIFA-Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten ist nun nahezu ausgeschlossen, dass Modeste in diesem Jahr noch ein Pflichtspiel für die Geißböcke bestreiten kann.

Modeste-Anwalt will Beschluss vor dem CAS anfechten

INFO-BOX:
Tianjin Quanjian
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Der Tianjin Quanjian Football Club wurde am 6. Juni 2006 gegründet und schaffte 2017 den Aufstieg in die Chinese Super League. Der Verein, der in seinem ersten Jahr im Oberhaus gleich Rang Drei belegte, kann bereits auf prominente Spieler- und Trainerverpflichtungen zurückblicken. Dazu gehören neben Modeste auch die Spieler Luis Fabiano und Axel Witsel (jetzt Borussia Dortmund) sowie die Trainer Vanderlei Luxemburgo, Fabio Cannavaro und Paulo Sousa.
Nach dem Spruch der Kammer hält die FIFA die Kündigung des Franzosen beim chinesischen Club Tianjin Quanjian trotz ausstehender Gehaltszahlungen für nicht gerechtfertigt. Einen entsprechenden Bericht des Kölner „Express“ bestätigte der Fussball-Weltverband auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid). Danach heißt es in der Stellungnahme: „Die FIFA-Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten hat am 6. Dezember 2018 eine Entscheidung über den arbeitsrechtlichen Streit zwischen Tianjin Quanjian FC und dem Spieler Anthony Modeste gefällt. Dem Beschluss zufolge muss Tianjin Quanjian FC dem Spieler eine ausstehende Vergütung zahlen. Es wurde jedoch festgestellt, dass dieser das Arbeitsverhältnis mit Tianjin Quanjian FC ohne triftigen Grund gekündigt hat.“ Dies würde bedeuten, dass Modeste auch nicht ablösefrei nach Köln hätte wechseln dürfen.

Im vergangenen Jahr war Modeste vom 1. FC Köln nach China gewechselt, hatte dort aber bereits nach einem Jahr wegen ausstehender Gehaltszahlungen gekündigt und war nach Köln zurückgekehrt. Modeste-Anwalt Dr. Markus Buchberger will nun erst die Urteilsbegründung abwarten und anschließend den Richterspruch möglicherweise anfechten. Einerseits habe das Gericht dem Spieler die offenen Zahlungsansprüche zugesprochen, andererseits aber Schadenersatz verweigert. Nun bestehe die Möglichkeit, die Entscheidung gegenüber dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne anzugreifen, so Buchberger gegenüber dem „Express“. Dem Blatt zufolge hatte Modeste rund 30 Millionen Euro gefordert.

1. FC Köln nicht in laufendes Verfahren involviert

Der 1. FC Köln prüfe den Fall seit Tagen intern „sorgfältig“, wie FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle bereits am vergangenen Freitag sagte. In das Verfahren seien jedoch grundsätzlich nur Modeste und der chinesische Verein Tianjin involviert: „Wir sind nicht Verfahrensbeteiligte“, so Wehrle. Zudem bestätigte der Verein, dass „die FIFA das Registrierungsverfahren für eine Spielgenehmigung von Anthony Modeste für den 1. FC Köln zuletzt ausgesetzt“ hatte. Der Bundesliga-Rückkehrer war von dem Zweitligisten mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2023 ausgestattet worden.