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Deutsche Post: Porto für Standardbrief könnte im Sommer auf bis zu 90 Cent steigen

Bild: pixabay.com / manfredrichter

Die Deutsche Post will das Briefporto nun später aus bislang angenommen erhöhen, dafür soll die Erhöhung jedoch deutlich größer ausfallen. Dies berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Die geplante Portoerhöhung sei von April auf den Juni verschoben worden. Diese könnte nun aber von bislang 70 auf 85 oder gar 90 Cent für einen Standardbrief erfolgen. Das Blatt beruft sich dabei auf einen Entwurf zur Änderung der Post-Entgeltregulierungsverordnung des Bundeswirtschaftsministeriums.

Künftig europäische Konkurrenten zur Preisfindung entscheidend

Das Ministerium gestehe der Deutschen Post aufgrund schwindender Briefmengen durch die Digitalisierung, steigender Allgemeinkosten und der Verpflichtung, an jedem Werktag in ganz Deutschland flächendeckend die Post zustellen zu müssen, eine höhere Umsatzrendite zu. Die bisherige Praxis bilde den Effizienzdruck, unter dem das Unternehmen stehe, nicht „hinreichend adäquat ab“, heißt es in dem Ministeriumspapier. Laut Ministerium wird derzeit an einer Änderung der Regulierungsverordnung gearbeitet, die letztlich auch für die Portohöhe entscheidend ist.

INFO-BOX:
Porto Standardbrief
seit 1989
1989: 1,00 DM
1997: 1,10 DM
2003: 55 Cent
2013: 58 Cent
2014: 60 Cent
2015: 62 Cent
2016: 70 Cent
Danach soll sich die Deutsche Post bei der Bestimmung der zulässigen Preisspanne durch die Bundesetzagentur nur noch an vergleichbaren europäischen Anbietern messen lassen und nicht mehr an Staatsunternehmen. Dadurch wird die Bundesnetzagentur gezwungen, dem Unternehmen größere Erhöhungsspielräume einzuräumen. Auf Grundlage der bisherigen Verordnung hatte die Regulierungsbehörde der Post nur eine Erhöhung der Preise für alle Briefprodukte zusammen um durchschnittlich 4,8 Prozent zum 1. April mit einer Laufzeit bis Ende 2021 genehmigt. Durch die neue Verordnung könnte diese nun deutlich höher ausfallen. Zuletzt hatte die Post das Porto für einen Standardbrief 2016 von bis dato 62 auf 70 Cent erhöht (siehe auch Info-Box).

Beschwerden über Post haben sich 2018 verdoppelt

Das Bundeswirtschaftsministerium teilte indes mit, das Verfahren zur Portoermittlung laufe noch. Allerdings gehe man nicht davon aus, dass die Post in diesem Jahr „für den Standardbrief ein Porto von 90 Cent erheben wird“. Kritik kommt vom Postkundenverband DVPT. Dieser kritisierte die geplante Portoerhöhung in einer Stellungnahme als „unangemessen“. So haben sich die Beschwerden bei der Bundesnetzagentur über die Deutsche Post im vergangenen Jahr fast verdoppelt, gleichzeitig reduziere das Unternehmen seine Leistungen immer mehr, beschneide beispielsweise die Anzahl der Briefkästen oder schränke die Öffnungszeiten der Filialen ein. Zudem arbeiteten die Zusteller unter immer kürzeren Zeitvorgaben in immer größer werdenden Zustellgebieten.

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