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Geldwäsche: Deutsche Bank vor erneutem Finanzskandal?

Bild: danskebank.com / Danske Bank

Der Geldwäscheskandal rund um die dänische Danske Bank ist einer der größten Finanzskandale, in die europäische Geldhäuser involviert sind. Nach weiteren Enthüllungen eines ehemaligen Mitarbeiters der Danske Bank erreicht der Geldwäscheskandal nun auch die größte deutsche Investmentbank. Einem Insider zur Folge soll die deutsche Finanzdienstleistungsaufsichtsbehörde BaFin bereits Informationen von der Deutschen Bank zu Geschäftsbeziehungen mit der Danske Bank angefordert haben. Der Aktienkurs der Deutschen Bank ging daraufhin auf Talfahrt.

Ex-Mitarbeiter rückt Deutsche Bank in den Fokus

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Die 1871 gegründete Danske Bank ist die größte dänische Bank und hat ihren Hauptsitz in Kopenhagen. Neben der Bank gehören Realkredit Danmark und Danica Pension zu dem Konzern, der unter dem Namen Fokus Bank Bankdienste in mehreren skandinavischen Staaten anbietet.
Im Rahmen seiner Aussage vor dem dänischen Parlament mutmaßte der ehemalige Manager der Danske Bank Howard W., dass bis zu 150 Millionen Euro über die US-Tochter einer großen europäischen Bank gewaschen worden seien. Auch wenn der von 2007 bis 2014 für das dänische Institut tätige Howard W. keine Namen nannte, rückte die Deutsche Bank in den Fokus. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, befinden sich neben der Deutschen Bank auch die Bank of America und die Großbank JP Morgan Chase im Visier der Finanzermittler.

Nachdem es für die Deutsche Bank in den vergangenen Wochen und Monaten nach einigen positiven Meldungen wieder aufwärtszugehen schien, sind die jüngsten Entwicklungen ein weiterer Schlag ins Kontor. Entsprechend deutlich fiel die Reaktion der Anleger an der Börse aus. Hier brachen die Anteilsscheine des größten Deutschen Geldhauses teilweise um sechs Prozent ein und erreichten mit einem Kurs von 8,15 Euro einen historischen Tiefststand.

Deutsche Bank war als Korrespondenzbank tätig

Wie die Deutsche Bank am Montagabend erklärte, sei diese (ebenso wie die beiden anderen genannten Banken) als Korrespondenzbank für die estnische Filiale der Danske Bank tätig gewesen. Die Geschäftsbeziehung habe man aber bereits im Jahr 2015 beendet, nachdem man verdächtige Aktivitäten festgestellt habe, so ein Verantwortlicher der Bank weiter. Dementsprechend steht das Geldhaus auch nicht selbst im Verdacht der der US-Börsenaufsicht (SEC), der New Yorker Staatsanwaltschaft sowie der estnischen Ermittler.

Man suche lediglich nach Hinweisen auf die Praktiken der Danske Bank, um herauszufinden, an welcher Stelle die Finanzmarktwächter in Dänemark und Estland versagt haben. Die Danske Bank selbst gab bereits mangelhafte Geldwäschekontrollen in Estland zu und dürfte einer hohen Strafe entgegenblicken, zumal zwischen 2007 und 2009 rund 200 Millionen Euro über die Bank gewaschen worden sein sollen. Experten rechnen mit einer Geldstrafe in Höhe von bis zu 800 Millionen Euro.

Auch wenn die Deutsche Bank nicht selbst im Verdacht steht, könnte die Angelegenheit zumindest auf dem Börsenparkett noch weitreichende Folgen haben. Das belegt ein älterer Fall, bei dem die niederländische ING und die Deutsche Bank eine hohe Strafe erhielten. Damals hatten die Großbanken ihren Kunden dabei geholfen, illegal Gelder zu transferieren.