home Panorama IQB-Bildungsbericht 2016: Deutsche Viertklässler fallen in Mathematik, in der Rechtschreibung und beim Zuhören zurück

IQB-Bildungsbericht 2016: Deutsche Viertklässler fallen in Mathematik, in der Rechtschreibung und beim Zuhören zurück

Innerhalb der vergangenen fünf Jahre sind Deutschlands Viertklässler in der Rechtschreibung, in Mathematik und beim Zuhören zurückgefallen. Dies geht aus der Studie „IQB-Bildungstrend 2016“ hervor, die heute von der Kultusministerkonferenz in Berlin vorgestellt wurde. Nur beim Lesen sind die Grundschüler im vergangenen Jahr auf vergleichbarem Niveau geblieben wie 2011.

Bundesweit Handlungsbedarf in den untersuchten Fächern

INFO-BOX:
IQB-Bildungstrend 2016
Die Kultusminister-
konferenz hat in den Jahren 2003 und 2004 Bildungsstandards für den Primarbereich sowie die Sekundarstufe I verabschiedet. Im Primarbereich (Grundschule) werden dabei u.a. die Fächer Deutsch und Mathematik in regelmäßigen Abständen vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Berliner Humboldt-Universität geprüft. Eine Zusammenfassung des IQB-Bildungstrends 2016 können Sie mit einem Klick auf „mehr dazu“ einsehen bzw. herunterladen (PDF).
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Untersucht wurde in der Studie, inwieweit Schüler der 4. Klassen bestimmte Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz in den Kernfächern Deutsch und Mathematik erreichen. „Die Ergebnisse sind ernüchternd“, stellte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), enttäuscht fest. Die Studie zeige deutlich, dass bundesweit Handlungsbedarf in den untersuchten Fächern bestehe. Dabei hat sich im Vergleich zur vorherigen Erhebung 2011 auch die Struktur der Schülerschaft verändert, so wuchs der Anteil von Viertklässlern mit Migrationshintergrund um mehr als ein Drittel auf jetzt 34 Prozent. Zudem schreitet die Inklusion voran, sodass mehr Menschen mit Behinderung Regelschulen besuchen. Erfreulich sei es, so Eisenmann, dass die Ergebnisse beim Lesen stabil geblieben seien.

An der Studie nahmen insgesamt 29.259 Schüler aus allen 16 Bundesländern teil. In Mathematik landeten deutschlandweit 15,4 Prozent der Viertklässler unter dem Bundesschnitt, besonders viele waren es in Bremen, Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Besser als der Durchschnitt waren die Schüler in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Bei der Rechtschreibung lagen 22,1 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Besonders schlecht schnitten hier Grundschüler aus Bremen, Berlin, Niedersachsen und Hamburg ab. Besser als der Schnitt waren hingegen Bayern und das Saarland. Beim Lesen erreichten 12,5 Prozent nicht die Mindeststandards. Auch hier gehören wieder Bremen und Berlin zu den Verlierern. Positiv abgeschnitten haben dagegen Schüler aus Bayern, Sachsen und Schleswig-Holstein. Auch beim Zuhören kommen die schlechtesten Werte aus Berlin und Bremen, Bayern und Schleswig-Holstein bilden positive Ausreißer vom Bundesschnitt von 10,8 Prozent.

Zuwanderung keine Hauptursache für schlechte Ergebnisse

Dass die schlechten Ergebnisse auf den gestiegenen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund zurückzuführen seien, wurde von Studienautorin Petra Stanat zurückgewiesen. Schüler, die 2015 nach Deutschland gekommen sind, seien in der Studie überwiegend noch nicht berücksichtigt. Bei Zuwandererkindern sei vielmehr die soziale Schlechterstellung einer der Hauptgründe für mögliche Probleme. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft warf den Ländern eine Vernachlässigung der Grundschulen vor. Man habe sich zu wenig darum gekümmert, dass ausreichend Lehrkräfte ausgebildet werden, so Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann. Ins gleiche Horn stieß der Verband Bildung und Erziehung, der endlich konkrete Maßnahmen gegen den Lehrermangel forderte.

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