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Alkoholkonsum bei Jugendlichen geht deutlich zurück

Jugendliche konsumieren heute weniger und seltener Alkohol als in den vergangenen Jahren. Wie eine neue Umfrage zeigt, gehen alarmierende Phänomene wie das sogenannte Komasaufen deutlich zurück. Viele junge Menschen verzichten sogar ganz auf Alkohol. Experten sehen in diesem Trend aber nur zum Teil einen Grund zur Entwarnung.

33 Prozent der Jugendlichen leben abstinent

Jugendliche, die sich bis zu Besinnungslosigkeit betrinken, gibt es immer seltener. Wie eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung herausgefunden hat, lag der Anteil der Zwölf- bis 17-Jährigen, die sich einmal im Monat einen Rausch antranken im vergangenen Jahr bei nur noch 12,9 Prozent. Bei einer ähnlichen Umfrage aus dem Jahr 2008 waren es noch 20,4 Prozent der Befragten gewesen. Unter jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren ist Alkohol ein ungleich beliebteres Rauschmittel. 35,4 Prozent gaben hier an, sich einmal im Monat zu betrinken. Allerdings ist auch in dieser Altersgruppe ein Abwärtstrend zu beobachten. 2008 lag der Anteil noch bei 40,8 Prozent.

Vor allem die Jüngeren leben heute häufiger gänzlich abstinent. Unter den Zwölf- bis 17-Jährigen verzichteten 2001 lediglich 13 Prozent auf Alkohol, 2014 waren es 33 Prozent. Überraschend hat die Autoren der Studie, dass der Rückgang nicht bei beiden Geschlechtern im gleichen Maß anzutreffen ist. Demnach trinken junge Frauen noch genauso häufig über den Durst wie vor einigen Jahren – allerdings war der Anteil schon immer geringer als bei den männlichen Altersgenossen.

Abschreckung durch höhere Preise

Grund, den Alkoholkonsum junger Menschen weniger ernst zu nehmen, sehen die Experten trotz allem nicht. Alkohol bleibt weiterhin das wichtigste Suchtmittel unter Jugendlichen. Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, fordert deshalb, Alkohol stärker zu besteuern und Werbung einzuschränken. Selbst harter Alkohol sei demnach auch mit Taschengeld erschwinglich, sodass Jugendliche nicht durch hohe Kosten abgeschreckt werden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) will derweil ihre Arbeit im Netz intensiveren. Über Angebote in sozialen Netzwerken und auf Plattformen wie Youtube will man junge Menschen besser erreichen.

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