home Panorama Offline-Geschäft: Plant Amazon die Eröffnung 400 eigener Buchläden in den USA?

Offline-Geschäft: Plant Amazon die Eröffnung 400 eigener Buchläden in den USA?

Mit einem großen Angebot, schneller und  kostenloser Lieferung sowie gutem Service hat Amazon auf dem Buchmarkt eine Revolution ausgelöst. Besonders kleine Buchläden haben schwer mit dem Online-Konkurrenten zu kämpfen. Nicht wenige sollen aufgrund des zusätzlichen Drucks sogar kapituliert haben. Wer deshalb glaubt, bei Amazon würde man Ladengeschäfte als Auslaufmodell und im Internetgeschäft die einzige Zukunft sehen, könnte sich täuschen. Angeblich will der Internetriese in den USA bis zu 400 eigene Buchläden eröffnen.

Nur besonders beliebte Bücher im Sortiment

INFO-BOX:
Amazon Bookstore
Anfang November 2015 eröffnete in Seattle der erste Amazon-Buchladen mit über 500 m² Verkaufsfläche und Tausenden von Titeln im Angebot. Amazon zog in das Geschäft als Nachfolger des Konkurrenten Barnes & Nobles ein, der hier bis 2011 Bücher verkauft hatte. Die Preise im Laden entsprechen den Amazon-Preisen im Internet - in den USA, wo es keine Buchpreisbindung gibt, keine Selbstverständlichkeit.
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Diese Zahl nannte Sandeep Mathrani von General Growth Properties (GGP), einem amerikanischen Betreiber von Einkaufszentren, bei einer Telefonkonferenz mit Analysten. Eine Quelle für diese Aussage konnte Mathrani nicht nennen, wollte damit aber sein Argument unterfüttern, dass der Einzelhandel auch in Zeiten des Internets noch immer eine große Rolle spielt. Weitere Details blieb der Chef von GGP schuldig. Auch Amazon wollte sich auf Mediennachfrage nicht dazu äußern.

Völlig aus der Luft gegriffen scheint Mathranis Aussage dennoch nicht zu sein. Schließlich hat der Online-Händler erst im November einen eigenen Pilotladen in Seattle eröffnet, in dem man erstmals Online- und Offline-Geschäft miteinander verknüpft. Amazon zeigt darin offen, wo die Vorteile eines großen Kundenstamms liegen und wie man die gewonnenen Daten nutzen kann. Im Sortiment des Geschäfts landen in erster Linie Bücher, die im Online-Handel gute Bewertungen und hohe Verkaufszahlen oder besonders viele Vorbestellungen erzielt haben. So kann sich das Unternehmen weitestgehend sicher sein, nur Werke im Angebot zu haben, die die Kunden tatsächlich lesen wollen.

Ladengeschäfte als Logistikknotenpunkt

Vorteile könnten die zahlreichen Geschäfte zudem beim Versuch bringen, Kunden schneller zu beliefern. Würden Bestellungen direkt an Amazon-Läden geliefert und dort vom Kunden abgeholt, könnte das Unternehmen den logistischen Aufwand weiter senken. Aber auch die Lieferung von einem Amazon-Geschäft zur Wohnung des Käufers wäre einfacher, schneller und möglicherweise auch günstiger. Dem Ziel, Produkte noch am Tag der Bestellung an Mann und Frau zu bringen, käme Amazon so einen Schritt näher.

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