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Elon Musk: Tesla muss sieben Prozent der Beschäftigten entlassen

Bild: tesla.com / Tesla Inc.

Der amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla will sieben Prozent seiner Stellen streichen. Das gab das Unternehmen heute in einer Mitteilung an die Beschäftigten bekannt. Das Unternehmen wolle so Kosten sparen, um langfristig profitabel zu werden. Außerdem soll die Produktion des „Model 3“ hochgefahren werden, mit dem man den Massenmarkt erobern will. „Der Weg vor uns ist sehr schwierig“, schrieb Firmenchef Elon Musk in dem Brief, weshalb man keine andere Wahl als den Arbeitsplatzabbau habe. Außerdem werde der Konzern nur die wichtigsten Zeitarbeiter und freien Mitarbeiter behalten.

„Model 3“ soll 9.000 Dollar günstiger werden

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Tesla wurde im Juli 2003 von Martin Eberhard und Marc Tarpenning gegründet. 2004 wurde Elon Musk Aufsichtsratsvorsitzender und stieg zur prägenden Figur bei Tesla auf. Die Gründer verließen 2008 das Unternehmen. Von 2008 bis 2012 wurde mit dem Tesla Roadster das erste E-Auto der Marke gebaut. Anschließend entwickelte man das Oberklasse Modell „S“, dessen SUV-Ableger „X“ sowie die Mittelklasse-Limousine „Model 3“.
Im vergangenen Jahr war die Zahl der Beschäftigten bei Tesla um rund 30 Prozent gewachsen. Dies sei mehr, als das Unternehmen verkraften könne, so Musk weiter. Mitte Oktober hatte der Firmenchef die Zahl der Beschäftigten mit rund 45.000 beziffert, somit stünden nun rund 3.200 Mitarbeiter vor dem Aus. Als Reaktion auf die Ankündigung fielen Tesla-Aktien vorbörslich um mehr als vier Prozent. Um mit dem „Model 3“ auf dem hart umkämpften Automarkt erfolgreich zu sein, will Tesla den Preis für das Modell drücken. Durch die Personaleinsparungen will man das E-Auto dann schon für 35.000 US-Dollar anbieten, derzeit liegt der Einstiegspreis für die Standardversion bei 44.000 US-Dollar. Tesla müsse zukünftig mehr Kunden erreichen, die sich „unsere Autos leisten können“, so Musk. Zum geplanten Jobabbau sowie dem Hochfahren der „Model 3“-Produktion gebe es daher „keine Alternative“. Außerdem müsse man in den nächsten Monaten „noch vieles verbessern“.

Im dritten Quartal des vergangenen Jahres hatte der Autohersteller zum ersten Mal seit zwei Jahren schwarze Zahlen geschrieben und wohl auch im letzten Quartal des vergangenen Jahres ein leichtes Plus erzielt. Allerdings enttäuschte das Unternehmen die Anleger Anfang Januar mit schwächeren Absatzzahlen. Demnach lieferte der Konzern insgesamt 90.700 Fahrzeuge aus, davon entfielen 63.150 Stück auf den Hoffnungsträger „Model 3“. Damit steigerte sich Tesla im Jahresvergleich zwar um das Dreifache, an der Börse hatte man aber mit besseren Zahlen gerechnet. Für das laufende Quartal rechnet Musk „mit großer Anstrengung, Schwierigkeiten und einigem Glück“ erneut mit einem kleinen Gewinn, weil der Verkauf des „Model 3“ in Europa und Asien anläuft.

Norwegen bei Elektroautos führend in Europa

Erst vor wenigen Tagen hatte Tesla in den USA die Preise gesenkt, um trotz ausgelaufener Steuererstattungen für Kunden attraktiv zu bleiben. Trotz der Tesla-Probleme entwickeln sich die Absatzzahlen von E-Autos weltweit positiv. Nach einer aktuellen Studie des „Center of Automotive Management“ stiegen diese in den USA auf 361.000 Autos bei einem Marktanteil von 2,1 Prozent. In Europa steht Norwegen bei den Elektromobilen an erster Stelle: 73.000 Stück wurden davon im letzten Jahr verkauft. In Deutschland stiegen die Neuzulassungen auf 68.000 E-Fahrzeuge, in Großbritannien auf 60.000 und in Frankreich wurden 46.000 neue E-Autos zugelassen.