home Gesundheit Ende des Glimmstängels: Tabakriese Philip Morris denkt über Abschied von der klassischen Zigarette nach

Ende des Glimmstängels: Tabakriese Philip Morris denkt über Abschied von der klassischen Zigarette nach

Noch vor einigen Jahrzehnten gehörte es zum guten Ton, Gästen eine Zigarette anzubieten, mittlerweile verschwinden die ungesunden Glimmstängel aber immer mehr aus dem Alltag – ohne dabei große Aussichten auf Rückkehr zu haben. Selbst die Hersteller scheinen mittlerweile überzeugt zu sein, ein Auslaufmodell zu verkaufen. Beim Tabakriesen Philip Morris denkt man ganz offen über den Abschied vom Verkauf klassischer Zigaretten nach.

Tabakkonsum stark rückläufig

In einem Interview mit dem britischen Sender BBC 4 sprach Philip Morris-Chef Andre Calantzopoulos über das abzusehende Ende des alten Geschäftsmodells und begrüßte es sogar. Demnach hat sein Unternehmen Interesse, mit Regierungen daran zu arbeiten, dass die konventionelle Zigarette der Vergangenheit angehört. Er wünsche sich, diese Zeit werde bald kommen, so Calantzopoulos. Hoffnung auf ein baldiges Ende machte er jedoch nicht. Seiner Einschätzung nach wird es im Jahr 2025 immer noch mehr als eine Milliarde Raucher geben.

Zumindest in der westlichen Welt ist der Tabakgenuss schon seit Längerem auf dem absteigenden Ast. Wurden beispielsweise in Deutschland 2002 noch 145 Milliarden Zigaretten verkauft, sank diese Zahl im vergangenen Jahr auf 81 Milliarden. Vor allem bei Jugendlichen sind die Glimmstängel weniger gefragt. Griffen Anfang des Jahrtausends noch 28 Prozent der Unter-18-Jährigen zur Zigarette, ist es heute nur noch jeder Zehnte.

iQOS: Philip Morris wirbt für eigene E-Zigarette

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Dass Tabakhersteller nun nach Alternativen suchen, verwundert also nicht. Philip Morris ist deshalb auf den Zug der E-Zigaretten aufgestiegen, hat ein eigenes Modell vorgestellt und bewirbt dieses als gesündere Alternative. Auf Tabak wird bei der „iQOS“ anders als bei Konkurrenzprodukten, die eine nikotinhaltige und aromatisierte Flüssigkeit verdampfen, nicht verzichtet. Stattdessen bietet der Konzern unter der Marke Marlboro mit Tabak gefüllte „Heatsticks“ an, die in der iQOS auf 350 Grad Celsius erhitzt werden. Das so entstehende Aerosol soll einen ähnlichen Geschmack wie eine Zigarette bieten, einen niedrigeren Schadstoffgehalt aufweisen und weniger stark riechen.

Gesundheitsexperten sind allerdings weder von der iQOS noch von herkömmlichen E-Zigaretten überzeugt. Zum einen wird in beiden Fällen das schädliche Nikotin aufgenommen, zum anderen sind mögliche Langzeitfolgen nicht bekannt. Wirklich gesund wird das Rauchen deshalb wohl auch nach dem Ende der klassischen Zigarette nicht sein.

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