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Goldman Sachs: Praktikanten sollen nur noch 17 Stunden am Tag arbeiten

Ein Praktikum gibt dem Praktikanten die Gelegenheit, sich dem Unternehmen mit Leistung zu präsentieren. Natürlich hofft jeder Praktikant darauf, dass sich aus dem Praktikum heraus eine spätere berufliche Perspektive entwickelt. Die Investmentbank Goldman Sachs will dem Übereifer ihrer Praktikanten nunmehr jedoch einen Riegel vorschieben, da es diese in der Vergangenheit mit freiwilligen Nachtschichten mehr als übertrieben.

Zugang zur Bank wird eingeschränkt

Natürlich ist es ein Faktum, dass Praktikanten rechtlich gesehen als Schutzbefohlene zählen. Die Investmentbank will dieser Pflicht nunmehr verstärkt nachkommen und dem Nachwuchs verbieten, in der Zeit von Mitternacht bis 7 Uhr morgens das Büro zu betreten. Im Rahmen einer Empfehlung hat die amerikanische Investmentbank eine Richtlinie erarbeitet, die den Arbeitstag eines Praktikanten auf 17 Stunden beschränken soll. Dies gab die Bank in einer entsprechenden Mitteilung bekannt.

72 Stunden ohne Unterbrechung gearbeitet

Es ist bereits der zweite Versuch von Goldman Sachs, die Mitarbeiter dahingehend zu bewegen, die Arbeitszeit freiwillig zu verringern. Die erste Anweisung, dass junge Angestellte und Praktikanten die Büroräumlichkeiten am Wochenende nicht betreten sollen, stammt aus dem Jahr 2013 und beruht auf einen Tod eines Praktikanten in London, welcher mit dem erhöhten Arbeitspensum seines Praktikums in Verbindung gebracht wurde. Auch Moritz Erhard, ein 21-jähriger Student, starb während seines Praktikums. Es wurde bekannt, dass er unmittelbar vor seinem Ableben sage und schreibe 72 Stunden lang ohne Unterbrechung durchgearbeitet hatte.

Diese Fälle waren Anlass genug für den Bank-CEO, Lloyd Blankfein, sich mit einer Warnung an die Praktikanten zu wenden – es gäbe auch ein Leben außerhalb der Arbeit und dieses dürfe nicht durch die Mehrarbeit vernachlässigt werden. Es sei im Interesse der Bank, dass die Mitarbeiter auch außerhalb der Bankentätigkeit interessant seien, auch wenn Wochenarbeitszeiten jenseits der 100 Stunden in britischen Banken keine Seltenheit sind. Mit der neuen Richtlinie sollen junge Nachwuchskräfte vor dem Burn-Out bewahrt werden. Rund 2.900 Praktikanten sind derzeitig bei Goldman Sachs beschäftigt.

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Ralf Schmidl

Als Politologe und Online-Redakteur kümmert sich Ralf auf News-Mag in erster Linie um die Bereiche Politik und Wirtschaft. Aber auch zu Lifestyle-Themen wie Smart Living, Car-Trends oder Verbraucherschutz steuert er regelmäßig Artikel auf News-Mag bei.

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