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Naturkind: Edeka startet eigene Bio-Supermärkte in Hamburg und Dinkelsbühl

Bild: verbund.edeka / Edeka-Verbund / Edeka

Bio-Produkte boomen hierzulande. Auch der Lebensmittelhändler Edeka will nun ein größeres Stück dieses Kuchens abbekommen und eröffnete heute unter dem Namen „Naturkind“ zwei Bio-Supermärkte in Hamburg und Dinkelsbühl. Damit will man nicht nur in Konkurrenz zu etablierten Bio-Supermärkten wie Denn‘s oder Alnatura treten, sondern vor allem neue Käuferschichten erschließen. Bei Edeka ist man sich sicher, dass Kunden, die ökologisch erzeugte Lebensmittel kaufen wollen, dies bevorzugt in einem Fachmarkt tun.

Fast 7.000 Bio-Produkte auf 500 Quadratmetern

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Die Edeka-Gruppe ist ein genossenschaftlich organisierter kooperativer Unternehmensverbund im deutschen Einzelhandel. Die erste Edeka-Genossenschaft entstand bereits 1898 in Berlin, 1907 schlossen sich 23 dieser Genossenschaften in Leipzig zum Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften zusammen, aus dem später Edeka hervorging. Seit 2006 ist Edeka der größte deutsche Lebensmittel-einzelhändler. Rund 4.500 selbstständige Einzelhändler betreiben hierzulande mehr als 6.000 Geschäfte.
Wir sind überzeugt, dass wir mit „Naturkind“ einen neuen Kundenstamm erreichen können, sagte denn auch Edeka Nord-Geschäftsführer Stefan Giese zur Eröffnung der neuen Bio-Märkte. Besonders stolz sei man auf den Pilotmarkt in Hamburg. Diese befindet sich in den denkmalgeschützten ehemaligen Güterhallen Hamburg-Altona und bietet seinen Kunden auf rund 500 Quadratmetern Verkaufsfläche fast 7.000 Artikel an.

Besonderen Wert legt man bei „Naturkind“ dabei auf die Bedientheken für Wurst, Fleisch und Käse, die auch zahlreiche vegetarische und vegane Alternativen bereithalten. Neben den Bedientheken finden die Kunden im Markt zudem eine Milchtankstelle, eine Saftpresse, eine Salatbar sowie ein umfangreiches Angebot an unverpackter Ware. Auch Transparenz wird großgeschrieben. Überall im Markt finden sich Hinweise über Herkunft, Herstellungsmethoden und die Qualität zahlreicher Produkte. Vor dem Eingang gibt es zudem Ladesäulen für E-Bikes und E-Autos.

Das Wachstum durch Neueröffnungen ist das wichtigste Standbein für Edeka, da das Bundeskartellamt dem Handelskonzern aufgrund seiner dominanten Marktposition kaum noch Spielräume für Zukäufe lässt. Die Entscheidung für eigene Bioläden habe zudem zwei weitere Gründe, wie Edeka Vertriebs- und Marketingvorstand Claas Meinecke erläuterte. Zum einen würden Supermärkte mit Bio-Verbandsware bislang kaum oder gar nicht beliefert. Außerdem wollten Käufer, die Wert auf Bioqualität legen, kein so breites Sortiment wie in herkömmlichen Supermärkten.

Deutsche geben elf Milliarden Euro für Bio-Lebensmittel aus

Der Wettkampf um die Bio-Kunden nimmt ohnehin immer weiter zu. Allein 2018 gaben deutsche Verbraucher fast elf Milliarden Euro für Bio-Lebensmittel aus. Das ist mehr als in jedem anderen EU-Land und 5,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch die Discounter Aldi und Lidl setzen seit einiger Zeit auf ein wachsendes Bio-Sortiment. Lidl hat Anfang des Jahres fast alle Molkereiprodukte seiner Bio-Eigenmarke mit dem Bioland-Siegel versehen. Kein Wunder also, dass sich „Naturkind“-Chef Benjamin Hirche auf dem richtigen Weg sieht. „Ich bin überzeugt, dass wir mit Naturkind ein Konzept entwickelt haben, dass exakt den Nerv der Zeit trifft. Genau das Richtige“.