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Doping: Viermaliger Tour de France-Sieger Christopher Froome positiv getestet

Der viermalige Tour de France-Sieger Christopher Froome wurde bei einer Doping-Kontrolle positiv getestet. Die im September bei einem Rennen in Spanien genommene Urinprobe zeigte erhöhte Werte des Asthmamittels Salbutamol. Dem Briten droht nun unter anderem die Aberkennung des Sieges bei der Spanien-Rundfahrt Vuelta a España.

Froome verweist auf Empfehlung seiner Ärzte

INFO-BOX:
Salbutamol
Der Wirkstoff Salbutamol wird zur Therapie von Asthma, chronischer Bronchitis und der Lungenerkrankung COPD eingesetzt. Inhalativ verabreicht bewirkt Salbutamol eine schnell einsetzende und lang anhaltende Entspannung der glatten Muskulatur in den Bronchien. Als Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Herzklopfen, Schwindel und Übelkeit bekannt.
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Das Ergebnis wurde dem Radsportler schon im September mitgeteilt und mittlerweile durch eine B-Probe bestätigt. Veröffentlicht wurde es allerdings erst jetzt, weil Anwälte von Froomes Team seither versucht haben, den Test anzufechten. Suspendiert wurde der 32-Jährige trotz des Positiv-Befundes nicht. Er muss aber vor dem Radsport-Weltverband UCI erklären, wie es zu der erhöhten Konzentration des Mittels gekommen ist.

Auf die Veröffentlichung reagierte Froome mit einem Statement, in dem er erklärte, Asthmatiker zu sein, was dem Verband bekannt sei. Deshalb wäre er auf das im Urin gefundene Mittel angewiesen, habe es aber nur im Rahmen der Regeln der UCI angewendet. Weil sich seine Erkrankung während der Spanien-Rundfahrt verschlechterte, rieten ihm seine Ärzte zu einer Erhöhung der Dosis. Dabei habe er darauf geachtet, die zulässige Dosierung nicht zu überschreiten.

Unterstützung bekam er von seinem Teamchef. Dieser teilte mit, die Ausscheidung von Salbutamol werde „von komplexen medizinischen und physiologischen Problemen“ beeinflusst. Sein Rennstall sieht sich nun in der Pflicht, zu ermitteln, wie es zu dem Ergebnis kommen konnte. Gleichzeitig will man der UCI alle notwendigen Informationen zur Verfügung stellen.

Vuelta-Sieg könnte aberkannt werden

Nach den Dopingregeln des Radsport-Weltverbandes ist der Einsatz von Salbutamol nicht grundsätzlich verboten. Sportler müssen allerdings nachweisen, dass sie aufgrund einer Asthmaerkrankung auf das Mittel angewiesen sind, und dürfen es nur in bestimmten Grenzen verwenden. Geht die UCI von Missbrauch aus, kann das zu harten Strafen führen, wie das Beispiel von Alessandro Petacchi zeigt. Der Italiener wurde 2007 wegen zu hoher Salbutamol-Werte für zwölf Monate gesperrt. Im Falle Froomes würde das den Ausschluss von der Tour de France und des Giro d’Italia im kommenden Jahr bedeuten. Außerdem könnte ihm der Gesamtsieg bei der Vuelta aberkannt werden.

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