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Trainer-Wirrwarr: HSV dementiert als fix vermeldete Trennung von Hannes Wolf

Bild: wikimedia.org / Frisia Orientalis / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Erst war die Trennung fix, nun folgte das Dementi: Der Hamburger SV will sich nun doch erst nach dem letzten Saisonspiel am kommenden Wochenende erklären, wie es mit Trainer Hannes Wolf weitergehen soll. Zuvor hatte die „Bild“ bereits die seit angeblich elf Tagen feststehende Trennung von Wolf zum Saisonende vermeldet. Darauf teilte der Club mit, dass die Zeitung HSV-Sportvorstand Ralf Becker falsch zitiert habe.

Becker: „Bild“ hat das Wort „vielleicht“ unterschlagen

INFO-BOX:
Hamburger SV
Trainer seit 2001
2001-2003: Kurt Jara
2003/04: Klaus Toppmöller
2004-2007: Thomas Doll
2007/08: Huub Stevens
2008/09: Martin Jol
2009/10: Bruno Labbadia
2010/11: Armin Veh
2011: Michael Oenning
2011-2013: Thorsten Fink
2013/14: Bert van Marwijk
2014: Mirko Slomka
2014/15: Josef Zinnbauer
2015/16: Bruno Labbadia
2016-2018: Markus Gisdol
2018: Bernd Hollerbach
2018: Christian Titz
2018/2019: Hannes Wolf
seit 2019: Dieter Hecking
„Ich habe Hannes nach dem 0:3 gegen Ingolstadt gesagt, dass es für ihn hier im Sommer nicht weitergehen wird, dass wir etwas anderes machen wollen“, lautete das erste Statement Beckers in der „Bild“. Dieser ließ daraufhin mitteilen, dass das Blatt in seiner Aussage das Wort „vielleicht“ unterschlagen habe und weiterhin die Aussage von HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann vom Vortag gelte, nachdem man erst nach dem sportlich bedeutungslosen letzten Saisonspiel gegen den MSV Duisburg über die Zukunft des Trainers beraten wolle. Damit bleibt zunächst die Frage offen, ob die katastrophale Rückrunde mit gerade einmal 16 Punkten aus 16 Spielen in der zweiten Fußball-Bundesliga Wolf am Ende den Job kostet. Becker hält den 38-Jährigen Coach zwar weiterhin für „eines der größten Trainertalente in Deutschland“, nichtsdestotrotz werden im HSV-Umfeld seit Tagen die Vorzüge der diversen Nachfolgekandidaten gepriesen.

Und die Liste ist lang: Als Favorit gilt demnach aktuell Dieter Hecking, der Borussia Mönchengladbach zum Saisonende verlassen wird. Der HSV soll schon bei Hecking vorgefühlt haben. Allerdings wird sich der erfahrene Erstliga-Coach sicher gut überlegen, ob er den Gang in die 2. Liga zum HSV antreten soll. Der zuvor als Top-Kandidat auf den Trainerposten gehandelte Noch-Wolfsburg-Trainer Bruno Labbadia soll indes aus dem Rennen sein. „Damit habe ich mich nicht beschäftigt“, sagte der 53-Jährige dann auch gegenüber der „Sport Bild“ auf die Frage nach einem nochmaligen Engagement in Hamburg. Vielmehr befasse er sich mit einem Wechsel ins Ausland. Er habe jedoch bereits zwei Angebote abgelehnt, da ihm „die sportliche Perspektive nicht gefallen“ habe. Labbadia wurde bereits zwei Mal der Stuhl bei den Hamburgern vor die Tür gesetzt, zuletzt im September 2016, nachdem man ihn ein Jahr zuvor noch als Relegationsretter gefeiert und zum „Hamburger des Jahres“ gekürt hatte.

Auch Stöger und Anfang im Kandidatenpool

Auf dem Markt ist mit Peter Stöger ebenfalls ein routinierter Trainer, der mehrfach beweisen hat, dass er mit schwierigen Vereinen umgehen kann. Von 2013 bis 2017 stand der 53-Jährige Österreicher beim 1. FC Köln unter Vertrag, sein folgendes Engagement bei Borussia Dortmund endete bereits nach einem halben Jahr. Apropos Köln: Ein weiterer Kandidat auf der Liste ist der erst kürzlich in Köln beurlaubte Markus Anfang. Der frühere Leverkusener Nachwuchs-Trainer führte Holstein Kiel in einem Durchmarsch von der dritten Liga bis in die Relegation zur Bundesliga. Beim HSV träfe er zudem auf einen alten Bekannten aus dieser Zeit: Sportvorstand Becker hatte Anfang einst für Holstein entdeckt.