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Französischer Luxusgüterkonzern LVMH will US-Juwelier Tiffany übernehmen

Bild: wikimedia.org / Ajay Suresh / Lizenz: CC BY 2.0

Der französische Luxusgüterkonzern LVMH will den bekannten US-Juwelier Tiffany übernehmen. LVMH, der Mutterkonzern von Marken wie Givenchy oder Louis Vuitton, bestätigte in Paris Vorgespräche mit den Amerikanern über eine Übernahme. Offen sei aber, ob diese Gespräche zu einer Vereinbarung führen werden, so ein Sprecher des Konzerns. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP bietet das Unternehmen des französischen Milliardärs Bernard Arnault 14,5 Milliarden US-Dollar (rund 13 Milliarden Euro) für den Juwelier.

LVMH übernahm 2017 Christian Dior für sieben Milliarden Dollar

INFO-BOX:
Tiffany & Co.
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Tiffany & Co. wurde am 18. September 1837 von Charles Lewis Tiffany in New York gegründet. War es zunächst ein Geschäft für Schreib- und Galanteriewaren, kamen ab 1841 Uhren und Silberwaren sowie ab 1845 hochpreisiger Schmuck hinzu. 1848 begann der Handel mit Diamanten und Schweizer Uhren. Der amerikanische Unternehmer Walter Hoving erwarb 1955 die Mehrheit an Tiffany & Co., 1979 wurde das Unternehmen von Avon Products aufgekauft. In Deutschland gibt es aktuell sechs Tiffany-Shops in Berlin, Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart.
Das Angebot liegt über dem aktuellen Börsenkurs von Tiffany, der an der New York SE am Freitag bei knapp zwölf Milliarden Dollar notierte. Ein Klacks im Vergleich zum Wert des LVMH-Konzerns, dessen Wert in den vergangenen Jahren auf bis zu 215 Milliarden Dollar gestiegen ist. Das ist mehr als VW, Daimler und BMW aktuell zusammen. Für LVMH wäre es eine der größten Übernahmen der Firmengeschichte. 2017 hatte man für die restlichen Anteile von Christian Dior sieben Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt. Der Konzern für Luxusgüter ist unter anderem in den Bereichen Mode, Kosmetik, Parfum und Spirituosen aktiv. So zählen beispielsweise auch Champagnermarken wie Veuve Clicquot oder Moet & Chandon zu den Marken des Konzerns. Dem „Wall Street Journal“ zufolge ist LVMH bereit, etwa 120 Dollar je Tiffany-Aktie auf den Tisch zu legen. Am Freitag war die Tiffany-Aktie in New York mit einem Kurs von 98,55 Dollar aus dem Handel gegangen.

Der vor 182 Jahren gegründete Juwelier Tiffany ist weltweit für seine eckigen blauen Kartons und seine Rolle im Hollywood-Streifen „Frühstück bei Tiffany“ von 1961 mit Audrey Hepburn in ihrer wohl berühmtesten Rolle als Holly Golightly bekannt. Das berühmteste Geschäft ist der Flagship-Store in der New Yorker Fifth Avenue, weltweit verfügt Tiffany über mehr als 300 Shops. Angesichts der Unruhen in Hongkong und des von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelsstreits zwischen den USA und China leidet Tiffany derzeit unter einer stark rückläufigen Zahl konsumfreudiger chinesischer Touristen aus China. Das Unternehmen musste daher im zweiten Quartal deutliche Umsatzeinbußen verkraften. Verglichen mit dem Vorjahresergebnis sank der Umsatz um drei Prozent auf 1,0 Milliarden Dollar. Der Gewinn ging nach eigenen Angaben gar um sechs Prozent auf 136 Millionen Dollar zurück.

Experten erwarten vorerst Ablehnung der Offerte

Tiffany hat auf das Übernahmeangebot bisher noch nicht offiziell reagiert. Die „Financial Times“ berichtet unterdessen unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass die Offerte als zu niedrig abgelehnt werden dürfte. Anleger spekulierten daher auf ein höheres Gebot und griffen zu, was der Aktie am Montag ein Plus von rund 20 Prozent bescherte. Analyst Oliver Chen von Cowen & Co. bewertete Tiffany beispielsweise mit 160 Dollar je Aktie oder höher. Es gilt als durchaus wahrscheinlich, dass LVMH sein Angebot in den nächsten Tagen noch auf bis zu 140-150 Dollar je Aktie aufstockt.