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Wegen hoher Steuerzahlungen: ADAC plant Beitragserhöhung von 10 Prozent

Bild: adac.de / ADAC e.V.

Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) will vom kommenden Jahr an seine Mitgliedsbeiträge erhöhen. Geplant ist eine Erhöhung um zehn Prozent. Die Entscheidung darüber soll auf der außerordentlichen Hauptversammlung Mitte November fallen. Sollte die Erhöhung beschlossen werden, müssten sich die 21 Millionen ADAC-Mitglieder ab 2020 auf höhere Beiträge einstellen. Es wäre die erste Beitragserhöhung für die Club-Mitglieder seit 2014.

Basis-Mitgliedschaft verteuert sich auf 54 Euro

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Der ADAC wurde 1903 in Stuttgart gegründet und hat heute seinen Sitz in München. Mit rund 21 Millionen Mitgliedern ist er Europas größter Verkehrs-club. Neben der Pannen-hilfe betreibt der ADAC mehrere Fahrsicherheits-zentren sowie Deutschlands größte Flotte von Rettungshub-schraubern.
Die Basis-Mitgliedschaft soll nach einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa von 49 auf 54 Euro pro Jahr steigen. Die Plus-Mitgliedschaft erhöht sich um zehn auf dann 94 Euro. Außerdem soll es ab kommendem Jahr ein „Rundum-Sorglos-Paket“ für 139 Euro geben, sagte eine ADAC-Sprecherin. Insider halten eine Zustimmung der Delegierten zu den Plänen für wahrscheinlich. Hinter der Erhöhung steckt ein handfestes Problem. Nach seiner existenziellen Krise 2014, als umfangreiche Manipulationen bei der Vergabe des Autopreises „Gelber Engel“ aufgedeckt wurden, geriet der ADAC in einen Negativstrudel und schreibt seit drei Jahren operativ Verluste. Obwohl die Zahl der Mitglieder weiterhin stetig steigt, reichen die Mitgliedsbeiträge von zuletzt 743 Millionen Euro und die Dividende der ADAC SE nicht aus, um Pannenhilfe, Digitalisierung und Versicherungssteuer zu bezahlen.

Und letztere ist kräftig gestiegen, seit die Finanzbehörden die Pannenhilfe als Versicherungsleistung einstufen. Seitdem muss der Automobilclub wie jedes Assekuranz-Unternehmen dafür Steuern abführen – zuletzt rund 35 Millionen Euro jährlich. Rückwirkend musste der Verein sogar 200 Millionen Euro an Steuern an das Finanzamt überweisen. Um die Ausgaben zu senken, wurden vor diesem Hintergrund bereits 222 Stellen gestrichen. Zudem erscheint die Mitgliederzeitschrift „Motorwelt“ ab kommendem Jahr seltener (vier Mal pro Jahr) und kommt nicht mehr per Post ins Haus, sondern kann nur noch in Supermärkten abgeholt oder digital abgerufen werden. Doch all dies reichte offenbar nicht aus. „Eine höhere Effizienz und die Beitragsanpassung zusammen sorgen dafür, dass der ADAC finanziell gut aufgestellt ist und 2020 schwarze Zahlen schreiben kann“, sagte ADAC-Präsident August Markl.

Satzungsreform noch lange nicht in trockenen Tüchern

Nach der Anhebung sollen die Beiträge wieder längere Zeit konstant bleiben. Darüber hinaus werde man Einsparungen konsequent für Zukunftsinvestitionen nutzen, so Markl weiter. Das zweite große Thema bei der anstehenden Mitgliederversammlung am 14. November wird eine Satzungsreform sein. Dabei will man quasi das Grundgerüst, nach dem der ADAC seit Jahrzehnten funktioniert, reformieren. Die Zustimmung der als eher traditionell eingestuften ADAC-Funktionäre gilt dabei keineswegs als ausgemachte Sache.