home Kino „Gefährliche Liebschaften“ oder „Jules und Jim“: Fränzösische Filmlegende Jeanne Moreau im Alter von 89 Jahren gestorben

„Gefährliche Liebschaften“ oder „Jules und Jim“: Fränzösische Filmlegende Jeanne Moreau im Alter von 89 Jahren gestorben

Bild: wikimedia.org / Oneras - Flickr / Lizenz: CC BY-SA 2.0

„Gefährliche Liebschaften“, „Stunden voller Zärtlichkeit“ oder „Jules und Jim“ – alle diese Klassiker der Filmgeschichte sind untrennbar mit einem Namen verbunden: Jeanne Moreau. Heute ist die Schauspielerin, Regisseurin und Sängerin im Alter von 89 Jahren in Paris gestorben. Nach Angaben der Bürgermeisterin des 8. Pariser Bezirks wurde Moreau tot in ihrer Wohnung aufgefunden.

Verwandlungsfähigkeit auch von deutschen Regisseuren geschätzt

INFO-BOX:
Nouvelle Vague
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Die Nouvelle Vague bezeichnet eine Filmepoche in Frankreich in den späten 1950er und 1960er-Jahren, die von den Regisseuren Francois Truffaut, Claude Chabrol, Jean-Luc Godard, Eric Rohmer und dem Filmkritiker Jacques Rivette begründet wurde. Charakteristisch für die Filme sind u.a. ein quasi-dokumentarischer Look, eine lockere Struktur sowie Anspielungen auf frühere Filme sowie Zitate aus diesen.
Jeanne Moreau wirkte im Laufe ihrer Karriere in über 120 Filmen mit und gilt als der Star der Nouvelle Vague sowie eine der führenden Charakterdarstellerinnen Frankreichs. Regisseure und Publikum waren von ihrer Schönheit und tiefen Stimme gleichermaßen fasziniert. Bereits im Jahr 1948 begann die Tochter einer britischen Tänzerin und eines französischen Gastronomen im Alter von 20 Jahren ihre Schauspielkarriere, der erste größere Erfolg stellte sich aber erst neun Jahre später mit dem Krimi „Fahrstuhl zum Schafott“ von Louis Malles ein. 1962 feierte sie mit der Rolle der freiheitsliebenden Frau in der Dreiecksgeschichte „Jules und Jim“ unter der Regie von Francois Truffaut ihren internationalen Durchbruch. 1965 war sie neben Brigitte Bardot in dem Film „Viva Maria!“ zu sehen.

Ob Liebende, Hure, Nonne, Femme Fatale oder Königin – Jeanne Moreau konnte in jeder Rolle glänzen. Einer ihrer zahlreichen Regisseure, Joseph Losey, nannte ihre Verwandlungsfähigkeit gar ein wahres Wunder; „Sie ist eine Frau, die sich einer Unzahl von Hindernissen gegenüber sieht und sie überwindet, indem sie all ihre Fähigkeiten einsetzt.“ Viel gefragt war sie auch bei deutschen Filmemachern, so besetzte sie Rainer Werner Fassbinder als Puffmutter in seinem Film „Querelle – Ein Pakt mit dem Teufel“ und Wim Wenders holte sie für „Bis ans Ende der Welt“ vor die Kamera. 1976 gab Moreau ihr Regiedebüt mit dem Film „Lumière“, der die Lebensgeschichten von vier Freundinnen erzählt. Mit ihrer heiseren und rauchigen Stimme war sie in Frankreich auch als Sängerin ein Star und erhielt 1964 den Grand Prix du Disque.

Goldener Bär für das Lebenswerk bei der Berlinale 2000

Überhaupt gehörte Jeanne Moreau zu den Stammgästen auf großen Filmfestivals wie Berlin oder Cannes. Auf der Berlinale erhielt die Schauspielerin im Jahre 2000 den goldenen Bären für ihr Lebenswerk mit der Begründung, sie habe mit ihrem unverwechselbares Spiel von Intellektualität und Leidenschaft ihr großes schauspielerisches Können unter Beweis gestellt. Diese Ehre wurde ihr auch 2004 in Cannes mit der goldenen Palme zuteil. In einem Interview sagte Moreau einst, ein Leben ohne Schauspielerei könne sie sich nicht vorstellen. „Ich höre erst auf, wenn ich tot bin“, lautete ihr Credo. Und an diesem hielt sie fest, obwohl es in den letzten Jahren ruhiger um sie geworden war. Ihren letzten Film „Eine Dame in Paris“ dreht Moreau im Jahre 2012.

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