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„Emmys“: Streamingdienst Netflix holt erstmals mehr Nominierungen als klassische TV-Sender

Bild: pixabay.com / jgryntysz

Zum ersten Mal überhaupt hat ein Internet-Streaminganbieter beim den „Emmys“, dem wichtigsten Fernsehpreis der Welt, mehr Nominierungen einheimsen können als klassische Fernsehsender. Netflix kam bei der Bekanntgabe der möglichen Preisträger auf insgesamt 122 Nennungen und verdrängte damit nach 17 Jahren den US-amerikanischen Pay TV-Sender HBO auf den zweiten Rang. Auf Rang drei findet sich mit NBC der beste frei empfangbare Sender.

Serien-Hit „Game of Thrones“ mit 22 Emmy-Nominierungen

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Emmy-Award
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Der Emmy Award gehört neben dem Academy Award (Oscar), dem Tony Award und dem Grammy Award zu den vier großen Preisen der US-amerikanischen Unterhaltungsindustrie. Er wird seit 1949 jährlich für die abgelaufene Fernsehsaison in inzwischen mehr als 90 verschiedenen Kategorien vergeben.
Die großen Abräumer bei den Nominierungen sind dabei wie im Vorfeld erwartet „Game of Thrones“ mit 22, „Westworld“ mit 21 und „The Handmaid’s Tale“ mit 20 Nominierungen. Im Bereich Comedy führt die Schwarzen-Dramedy „Atlanta“ mit 16 Nominierungen die Liste an, gefolgt von der melancholischen Amazon-Serie „The Marvelous Mrs. Maisel“, die 14 Nennungen einheimsen konnte. Das Sketch-Comedy-Urgestein „Saturday Night Live“ kann insgesamt 21 Mal auf die Trophäe hoffen. Bei den Mini-Serien darf sich u.a. „The Alienist“ mit Daniel Brühl Hoffnungen auf eine Auszeichnung machen. Gute Chancen auf einen Preis als bester Hauptdarsteller in einer Miniserie werden dem in Deutschland als „Sherlock“ bekannten Benedict Cumberbatch eingeräumt.

Den Preis für den besten Fernsehfilm könnte das Missbrauchsdrama „The Tale“ einheimsen, das von der Berliner One Two Films mitproduziert wurde. Zu den weiteren möglichen Preisträgern gehören Alec Baldwin als Donald Trump in „Saturday Night Live“, Antonio Banderas als „Picasso“, John Legend für seine Rolle in einer Live-TV-Aufführung von „Jesus Christ Superstar“ und Ricky Martin für die Darstellung des letzten Lebensgefährten des ermordeten Designers Gianni Versace in „American Crime Story“. Die Hauptpreise der 70. Emmy Awards werden am 17. September in Los Angeles vergeben.

Große Hollywood-Studios fürchten Netflix-Konkurrenz

Mit rund 126 Millionen Abonnenten ist Netflix seit seiner Gründung Ende der 1990er-Jahre zu einem wahren Markt-Giganten aufgestiegen, vor dem inzwischen auch die großen Hollywood-Studios zittern. Laut Medienberichten will Netflix in diesem Jahr rund 13 Milliarden Dollar in etwa 700 Eigenproduktionen stecken, darunter 82 Spielfilme. Zum Vergleich: Warner Bros. plant in diesem Jahr 23, Disney zehn Spielfilme.

Neue und alte Rivalen versuchen mit Macht, sich gegen den neuen Platzhirsch zu stemmen: Amazon, Hulu und Apple bauen ihr Streaming-Angebot massiv aus, Disney hat sich von Netflix zurückgezogen und plant einen eigenen Streamingdienst. Netflix-Geschäftsführer Reed Hastings gibt sich indes bescheiden: Der Dienst habe noch einen weiten Weg vor sich, um mit mehr Programmen mehr zufriedene Abonnenten und mehr Wachstum zu generieren.