home Gesundheit Zika-Virus: Erstes Baby mit Missbildungen in Europa geboren – Mehr als 93 Millionen Infizierte bei Epidemie?

Zika-Virus: Erstes Baby mit Missbildungen in Europa geboren – Mehr als 93 Millionen Infizierte bei Epidemie?

Erstmals ist in Europa ein Baby mit den typischen Missbildungen nach einer Zika-Infektion auf die Welt gekommen. Wie das Universitätskrankenhaus Vall d’Hebron in Barcelona mitteilte, hat das Kind einen ungewöhnlich kleinen Kopfumfang. Das Geschlecht des Kindes wurde nicht mitgeteilt, nach einer Kaiserschnitt-Geburt war es jedoch ohne weitere medizinische Hilfe lebensfähig. Die Eltern wussten nach Angaben der Klinik bereits seit rund zwei Monaten von der Fehlbildung, entschieden sich aber dennoch dafür, die Schwangerschaft nicht abzubrechen. Die Mutter hatte sich bei einer Auslandsreise nach Lateinamerika mit dem Virus infiziert.

Bis zu 1,65 Millionen Schwangere mit Zika-Virus infiziert

INFO-BOX:
Zika-Virus
Das Zika-Virus gehört zur Gattung Flavivirus der Familie Flaviviridae. Das Virus wurde erstmals 1947 aus einem gefangen gehaltenen Rhesusaffen einer Forschungsstation im Zika Forest in Entebbe, Uganda, isoliert und erhielt daher seinen Namen.
Mehr zum Zika-Virus
Das durch Stechmücken übertragene Zika-Virus hat sich in dieser Region sowie in der Karibik seit dem vergangenen Jahr rasend schnell verbreitet. In einer heute vom Fachmagazin „Nature Microbiology“ veröffentlichten Studie heißt es, dass sich bis zum Ende der derzeitigen Epidemie rund 93,4 Millionen Frauen angesteckt haben könnten, unter denen sich bis zu 1,65 Millionen Schwangere befänden. Besonders gefährlich seien dabei in der Schwangerschaft die ersten Wochen, in denen bis zu 13 Prozent der Föten Komplikationen wie Mikrozephalie (eine Kopffehlbildung, bei der Babys mit zu kleinem Kopf und damit einhergehenden Hirnschädigungen geboren werden) entwickelten – was bedeute, dass in Lateinamerika zehntausende Babys betroffen sein könnten, so das Forscherteam aus den USA, Großbritannien und Schweden. Allein in Brasilien kamen bislang rund 1.700 Kinder mit Missbildungen zur Welt.

Sportler sagen Teilnahme an Olympia in Rio ab

Die Angst vor dem Zika-Virus hat auch große Sorgen hinsichtlich der in weniger als zwei Wochen beginnenden Olympischen Sommerspiele in Rio ausgelöst. Viele Länder haben für ihre Sportler inzwischen umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, allerdings sagten auch schon zahlreiche prominente Athleten ihre Teilnahme aufgrund der Angst vor einer Ansteckung ab.

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