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„Ein Lied kann eine Brücke sein“: Sängerin Joy Fleming ist tot

Die Mannheimer Sängerin Joy Fleming ist tot. Die 72-Jährige verstarb überraschend am Mittwochabend. Bis zuletzt hatte sie auf der Bühne gestanden. Ihre größten Erfolge feierte Fleming in den 1970er Jahren, als sie für Deutschland beim Eurovision Song Contest antrat und ein Konzert im Vorprogramm von Janis Joplin bestritt. Flemings Tod wurde übereinstimmend von ihrem Management und ihrem Sohn bestätigt. Die Sängerin sei am gestrigen Abend „ohne Vorerkrankung friedlich eingeschlafen“, hieß es aus Sinsheim, wo Fleming seit mehr als 40 Jahren gemeinsam mit ihrem Partner, dem französischen Komponisten Bruno Masselon, lebte.

Frühe Karriere mit außergewöhnlicher Stimme

Die Sängerin wurde 1944 als Erna Raad in der Pfalz geboren und wuchs in Mannheim auf. Ihren Künstlernamen wählte sie, weil dieser griffiger als der bürgerliche war. Ihre Karriere startete Fleming bereits mit 14, als an einem lokalen Schlagerwettbewerb teilnahm und gewann.

Wenig später trat sie in Bars vor amerikanische Soldaten auf und konnte dank ihres stimmlichen Talents schnell überregionale Aufmerksamkeit erzeugen.

Großes Lob von Janis Joplin

Anfang der 1970er Jahre begann sie den Aufbau einer Solokarriere und hatte 1972 mit dem „Neckarbrückenblues“ ihren ersten nationalen Erfolg. 1975 folgte die Teilnahme am Eurovision Song Contest in Stockholm, bei dem sie mit dem Titel „Ein Lied kann eine Brücke sein“ aber nur den 17. Platz erreichen konnte. Weitere Hits landete Fleming, deren Stimme von Joplin als die beste gelobt wurde, die die Amerikanerin aus Deutschland zu hören bekam, mit „Kall, oh Kall“, „Let me be the one“ und „Halbblut“.

Zuletzt stand sie mit einem Blues- und Jazz-Programm auf der Bühne. Flemming hinterlässt drei Söhne und eine Tochter aus erster und zweiter Ehe sowie ihren Lebensgefährten.

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