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Twitter will Länge von Tweets von 140 auf 280 Zeichen erhöhen

Wer auf Twitter unterwegs ist, muss sich kurzfassen können. Mehr als 140 Zeichen stehen den Nutzern der Plattform für eine Nachricht nicht zur Verfügung. Dies führt dazu, das selbst komplexe Themen in pointierten Aussagen zusammengefasst werden, auch wenn der Nutzer eigentlich etwas mehr zu sagen hätte. In Zukunft könnte diese Einschränkung allerdings Geschichte sein. Das Unternehmen hat bestätigt, mit doppelt so langen Nachrichten zu experimentieren.

Begrenzung hat SMS zum Vorbild

Die Kürze von Mitteilungen auf Twitter, Tweets genannt, ist ein Markenzeichen der Plattform. Seit dem Start im Jahr 2006 sind diese auf die vergleichsweise geringen 140 Zeichen begrenzt. Festgesetzt wurde dieses Limit, weil sich die Gründer bei der Entwicklung der Idee die SMS zum Vorbild nahmen, einen technischen Grund gab und gibt es dafür nicht. Obwohl die Idee Erfolg hatte, ist nicht jeder der über 320 Millionen Nutzer damit zufrieden. Um auch längere Themen sinnvoll besprechen zu können, verpacken sie ihre Mitteilungen in mehrere Tweets. Weil das die Lesbarkeit verschlechtert, ist es aber allenfalls eine Notlösung, die für zusätzlichen Frust sorgen kann.

Twitter-Mitgründer Jack Dorsey will deshalb an der alten Regel rütteln. Die Plattform hat in einem ersten Testlauf einer ausgewählten Zahl von Nutzern die doppelte Zeichenanzahl zur Verfügung gestellt. Tweets können damit bis zu 280 Buchstaben und Zahlen umfassen. Das Unternehmen zeigte sich zuversichtlich, dass diese Änderung positive Auswirkungen haben werde. Sollte der Test dies bestätigen, will man die Begrenzung für alle Nutzer ausweiten. An der grundsätzlichen Ausrichtung der Plattform auf kurze Nachrichten soll sich aber auch in Zukunft nichts ändern, so Dorsey.

Twitter steckt in roten Zahlen fest

Die Nutzerreaktionen waren dennoch gemischt. Während die einen die Neuerung begrüßten, sprachen andere davon, Twitter würde damit ein Stück seiner Einzigartigkeit aufgeben. Außerdem wurde bemängelt, dass das Unternehmen sich nicht um drängendere Probleme kümmere. So wünschen sich viele Nutzer, dass schärfer gegen Hassreden vorgegangen wird. Der Online-Konzern selbst hat derweil andere Prioritäten. Trotz der hohen Nutzerzahlen steckt man regelmäßig in den roten Zahlen und steht deshalb unter Druck der Anleger, die Plattform attraktiver zu machen. Die Erhöhung der Zeichengrenze dürfte ein Versuch sein, dieses Ziel zu erreichen.

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Dennis Hain

Dennis Hain (B. Sc. Inf., B.Sc. CS) ist großer Technik und Games Fan. In seinem Job konnte er sich tiefe Kenntnisse der Software-Entwicklung im medizinischen Umfeld und künstlicher Intelligenz für Vollpreis-Computerspiele aneignen. Privat kann er keinem Spiel aus dem Weg gehen - auf News-Mag.de ist er daher für die Bereiche Technik und Spiele verantwortlich.

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