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EU-Parlament stimmt für Abschaffung der Sommerzeit

Die Uhren im Herbst und Frühjahr umzustellen, hat nicht nur in der Bevölkerung kaum Freunde. Auch im EU-Parlament trifft die Zeitumstellung auf wenig Gegenliebe. In einer Abstimmung haben die Parlamentarier jetzt für die Abschaffung der Sommerzeit votiert und erzeugen damit zusätzlichen Druck auf die EU-Kommission, die dafür zuständig wäre.

Veränderter Tagesrhythmus schadet der Gesundheit

INFO-BOX:
Zeitumstellung
Die Einführung der Sommerzeit wurde in der Bundesrepublik 1978 beschlossen und trat 1980 in Kraft. Die westlichen Nachbarländer hatten die Zeitumstellung bereits 1977 eingeführt.
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Die Zeitumstellung ist EU-weit seit 1996 einheitlich geregelt. Ihr Nutzen gilt jedoch als umstritten. Hatte man vor der Einführung die Hoffnung, Energie sparen zu können, scheinen die Effekte marginal zu sein. In Deutschland beispielsweise schalten die Bürger zwar im Sommer abends seltener das Licht an, heizen dafür aber im Herbst häufiger am Morgen. Zusätzlich warnen Mediziner, der Wechsel im Tagesrhythmus könne sich negativ auf die Gesundheit empfindlicher Menschen auswirken.

Die Mehrheit der Angehörigen des EU-Parlaments hält es deshalb für geboten, die Sinnhaftigkeit der Zeitumstellung zu überdenken. 384 Abgeordnete stimmten folglich für eine Prüfung der Abschaffung durch die EU-Kommission. 154 sprachen sich dagegen aus.

Zeitumstellung schon seit Längerem auf dem Prüfstand

Für die zuständigen Kommissare ist das Thema nicht neu. Schon im Herbst bestätigte man, sich mit der Abschaffung der Zeitumstellung zu beschäftigen. Die Frage werde unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen untersucht, hieß es damals von einer Sprecherin. Ein Ergebnis gibt es bisher nicht. Mit einer schnellen Abschaffung ist also nicht zu rechnen, auch weil nach der Entscheidung erst ein Gesetz erarbeitet und verabschiedet werden muss. Für Gegner der Zeitumstellung dürfte das Votum des Parlaments dennoch als Schritt in die richtige Richtung gelten.

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