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Eurovision Song Contest: Ukraine untersagt russischer Kandidatin Julia Samoilova die Einreise

Dank des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland erhält der Eurovision Song Contest (ESC) eine ungewohnt politische Seite, die nun für einen handfesten Skandal sorgt. Die ukrainischen Behörden haben der Sängerin Julia Samoilova ein Einreiseverbot erteilt, weshalb die russische Kandidatin nicht am in Kiew stattfindenden Wettbewerb teilnehmen können wird.

Nominierung schon im Vorfeld als Provokation kritisiert

INFO-BOX:
Eurovision Song
Contest 2017
Der Eurovision Song Contest findet 2017 in Kiew statt. Das Finale steigt am 13. Mai, zuvor messen sich Interpreten aus 37 Ländern in zwei Halbfinals. Das Finale findet dann mit insgesamt 26 Teilnehmern statt. Die Moderatoren der Halbfinals und des Finales sind Timur Miroshnychenko, Volodymyr Ostapchuk und Oleksandr Skichko. Für Deutschland tritt Levina mit "Perfect Life" an.
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Hintergrund ist ein 2015 abgehaltener Auftritt der 27-Jährigen auf der Krim. Die Halbinsel wurde im Jahr zuvor von Russland annektiert, wird von der Regierung in Kiew aber weiterhin als ukrainisches Territorium angesehen. Deshalb hat man ein Gesetz erlassen, welches den Zugang der Insel über Russland verbietet. Verstöße gegen diese Regelung werden von den Behörden mit einem mehrjährigen Einreiseverbot geahndet, dass nun auch Samoilova getroffen hat. Die Sängerin soll die Ukraine für drei Jahre nicht besuchen dürfen. Ein Auftritt beim ESC im Mai ist deshalb ausgeschlossen.

Dass die ukrainischen Behörden zu diesem Mittel greifen könnten, war schon im Vorfeld vermutet worden, nachdem diese erklärten, auch für den Wettbewerb keine Ausnahmen machen zu wollen. Bestätigt wurde das Einreiseverbot nun vom Geheimdienst SBU. Russland kritisierte die Entscheidung mit scharfen Worten. Das Einreiseverbot sei „ungeheuerlich“ und ein „weiterer zynischer und unmenschlicher Akt“, so der russische Vize-Außenminister Grigori Karasin. Schon die ohne Publikumsabstimmung erfolgte Nominierung Samoilovas sorgte für Verstimmung zwischen den Nachbarstaaten. Mit Blick auf den Auftritt auf der Krim bezeichnete die ukrainische Regierung ihre ESC-Kandidatur als Provokation.

Robbie Williams will einspringen

Ob Russland aufgrund des Verbots auf die Teilnahme verzichtet, ist momentan offen. Mit Robbie Williams hätte man zumindest einen prominenten Alternativkandidaten. Bei einem Auftritt im russischen Fernsehen erklärte sich der Popstar zum Auftritt unter fremder Flagge bereit und rief: „Komm schon Russland, wir können gewinnen.“ Der Duma-Abgeordnete, Mitglied der russischen Regierungspartei „Geeintes Russland“ und Sänger Iossif Kobson lehnte diese Idee aber prompt als „idiotisch“ ab. Man benötige keinen britischen Verteidiger der russischen Kultur.

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