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Herzinfarkt: Asterix-Erfinder Albert Uderzo im Alter von 92 Jahren gestorben

Albert Uderzo, der Zeichner der weltberühmten Asterix-Comics, ist tot. Uderzo starb im Alter von 92 Jahren, wie seine Familie am Dienstag mitteilte. Gemeinsam mit dem Autor René Goscinny gehörte er zu den „Vätern“ der Comicserie rund um ein kleines Dorf voller unbeugsamer Gallier, die den römischen Besatzern die Stirn bieten. Der Zeichner sei in der Nacht von Montag auf Dienstag im Schlaf an einem Herzinfarkt gestorben, sagte sein Schwiegersohn Bernard de Choisy der Nachrichtenagentur AFP. Goscinny war bereits 1977 ebenfalls einem Herzinfarkt erlegen.

Kongeniales Duo mit René Goscinny

INFO-BOX:
Asterix
Asterix ist die erfolgreichste französische Comicserie. Die Namen des Titelhelden und seines Freundes Obelix leiten sich von den typografischen Zeichen Asterisk (griechisch asteriskos = „Sternchen“) und Obeliscus (griechisch obeliskos = „kleiner Spieß“) ab. Asterix ist eine der wenigen Comicserien, die in der Schule, vor allem im Fremdsprachenunterricht für Französisch, Latein und Altgriechisch, verwendet werden. Die Asterix-Alben erscheinen heute im französischen Original im Verlag Hachette Livre, in deutscher Übersetzung bei Egmont Ehapa Media. Bis Oktober 2013 wurden weltweit mehr als 350 Millionen Asterix-Bände gedruckt und in 107 Sprachen und Dialekte übersetzt, darunter Iwrit, Thailändisch, Esperanto, Westfriesisch oder Plattdeutsch.
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Seit Uderzo und Goscinny 1959 das erste Album der Abenteuer von Asterix und Obelix veröffentlichten, wurden weltweit Millionen Exemplare verkauft. Die Comics und ihr gallischer Witz wurden in mehr als 100 Sprachen und Dialekte übersetzt. Zudem entstanden mehr als zehn Zeichentrick- und Realverfilmungen, 1989 eröffnete nahe Paris ein Freizeitpark mit seinem Namen. Eine Karriere als Comiczeichner war Uderzo aber nicht in die Wiege gelegt. Er wurde 1927 als Kind italienischer Einwanderer in der Nähe von Reims geboren und wuchs in bitterarmen Verhältnissen auf. Zunächst arbeitete er als Kuhhirte, anschließend als Mechaniker. Schon im Kindergartenalter hatte er aber sein zeichnerisches Talent entdeckt und kam so zum Comiczeichnen und zum Trickfilm. Ende der 1940er-Jahre gehörte er bereits zu den erfolgreichsten Zeichnern seiner Generation – und dies trotz seiner Farbenblindheit.

1951 lernte er René Goscinny kennen. Mit diesem schuf er zunächst mehrere Serien, darunter die Erlebnisse des Kaperkapitäns Pitt Pistol und des jungen Reporter Luc Junior. 1959 hoben sie gemeinsam Asterix aus der Taufe, dessen Abenteuer zunächst in der Zeitschrift „Pilote“ erschienen, bevor in Frankreich 1961 mit „Asterix der Gallier“ das erste Album auf den Markt kam. In Deutschland erschien das Werk erst sieben Jahre später.

Als Goscinny im Alter von nur 51 Jahren starb, hatte das Duo bereits mehr als 20 Alben mit den Geschichten des kleinen Galliers auf den Markt gebracht. Uderzo setzt anschließend die Serie als Zeichner und Texter allein fort. Der erste nur von ihm geschaffene Band war „Der große Graben“ aus dem Jahr 1980. Bis 2009 folgten zahlreiche weitere Ausgaben, ehe sich der an Arthrose leidende Uderzo langsam vom Zeichentisch zurückzog. 2011 übergab er das Zepter an Jean-Yves Ferri und Didier Conrad, deren erste Geschichte „Asterix bei den Pikten“ im Jahr 2013 auf den Markt kam. Dem folgte 2015 „Der Papyrus des Caesar“, in dem die Gallier im Internetzeitalter ankommen. 2017 kam „Asterix in Italien“ auf den Markt, gefolgt vom bisher letzten, 38. Asterix-Band „Die Tochter des Vercingetorix“ aus dem vergangenen Jahr.

Jahrelange Auseinandersetzungen um Werk und Familie

Uderzo selbst war seinem Comic-Helden in manchen Eigenschaften nicht unähnlich – besonders in dessen Streitlust. In den 1990er-Jahren stritt er sich jahrelang mit dem Verlag Dargaud vor Gericht um die Rechte für die ersten 25 Asterix-Bände. Ab 2008 kam es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen mit seiner Tochter Sylvie, als Uderzo seine Anteile am Albert-René-Verlag an den Großverlag Hachette Livre verkaufte und seine Tochter als Chefin absetzte. Zuletzt ging es schließlich darum, dass sie ihn entmündigen lassen wollte, weil sie befürchtete, dass Bekannte seinen Gesundheitszustand für eigene Zwecke ausnutzen wollten. Die Streitigkeiten kosteten Uderzo auch in Frankreich viele Sympathien, letztlich kam es aber zu einer Einigung mit seiner Tochter. Darüber sei er sehr glücklich, äußerte der Zeichner in einem Interview zu seinem 90. Geburtstag vor zwei Jahren. Nun habe er endlich wieder Zeit, für sein Enkelkind zu zeichnen.

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