home Panorama Nach scharfer Kritik: Werberat prüft Katjes-Videcolip für vegane Schokolade

Nach scharfer Kritik: Werberat prüft Katjes-Videcolip für vegane Schokolade

Bild: katjes.de / Katjes

Nach scharfer Kritik des Bayerischen Bauernverbandes an einem Katjes-Werbespot für vegane Schokolade, hat der Deutsche Werberat das Unternehmen jetzt zu einer Stellungnahme aufgefordert. Das gab die Leiterin des Rats, Katja Heintschel von Heinegg, bekannt. Eine Sprecherin von Katjes bestätigte, die Aufforderung des Werberats erhalten zu haben. Man werde nun die Vorwürfe prüfen – zu weiteren Details wollte sich das Unternehmen aber nicht äußern.

Social Media-User kreiern Hashtag #KatjesNoNoNo

Der Clip sei eine „sehr einseitige und überzogene Visualisierung von Massentierhaltung“, sagte Heintschel von Heinegg gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Unter dem Motto „Cool ohne Kuh“ zeigt der 20-sekündige Werbeclip in düsteren Bildern zahlreiche Kühe, die im Gleichschritt zu Melkanlagen laufen. Eine Stimme sagt dazu aus dem Hintergrund: „Jedes Leben ist wertvoll. Und Kühe sind keine Milchmaschinen.“ Produziert hat den Spot nach Angaben des Bayerischen Rundfunks (BR) die Berliner Werbeagentur Antoni. Heintschel von Heinegg kritisierte, das Video suggeriere, dass alle Molkereien ihre Tiere so hielten und jeder Milchkonsument Tiere ausbeute. Die neue Katjes-Schokolade „Chocyes“ wird hingegen aus Hafermilch hergestellt und ist somit vegan. Obwohl eine rein pflanzliche Ernährungsweise zurzeit bei vielen Verbrauchern hoch im Kurs steht, stieß der Werbespot zahlreichen Konsumenten sauer auf. In Anlehnung an den bekannten Slogan des Unternehmens kreierten Nutzer in den sozialen Netzwerken daraufhin den Hashtag #KatjesNoNoNo.

INFO-BOX:
Katjes
mehr dazu
Die Katjes Fassin GmbH + Co. KG wurde 1950 in Emmerich am Rhein gegründet, wo das Unternehmen bis heute seinen Sitz hat. Katjes ist nach Haribo und Storck drittgrößter Hersteller im deutschen Zuckerwaren-markt. Das Unternehmen stellt ausschließlich vegetarische Produkte her.
Besonders harsche Kritik kam vom Bayerischen Bauernverband. Dessen Pressesprecher Markus Drexler nannte den Spot via Twitter „armselig“ und „diskriminierend“, weshalb der Verband Beschwerde beim Deutschen Werberat eingelegt habe. Auf der Katjes Facebook-Seite finden sich unter dem Post zum Werbespot inzwischen mehr als 6.000 Kommentare. Etliche User bejubeln den Clip. Einer schreibt: „Sehr gute Entscheidung. Ich würde eine mittelfristige Umstellung auf ein rein veganes Sortiment begrüßen.“ Anderen gefällt die drastische Darstellung der Milchproduktion. „Geile Werbung, Katjes. Danke, dass Ihr die Wahrheit sagt.“

Doch es hagelt auch deutliche Kritik, die der des Bayerischen Bauernverbandes ähnelt. „Das ist das Allerletzte! Ich werde keine Katjes-Produkte mehr kaufen! Es geht überhaupt nicht, die Landwirtschaft so zu verhöhnen!“, lautet einer der Kommentare. Ein weiterer Kritiker schreibt von einem „Generalverdacht“, unter den alle Bauern durch den Werbespot für vegane Schokolade gestellt würden.

Werberat schaltet Wettbewerbszentrale ein

Für den Fall, dass Katjes den Werbespot nicht löscht, kann der Werberat das Unternehmen öffentlich rügen. Zudem habe man den Fall an die Wettbewerbszentrale weitergeleitet, sagte Heintschel von Heinegg. Diese müssen nun prüfen, ob das Video gegen das Wettbewerbsrecht verstoße.