home Politik Alternative für Deutschland: Parteichefin Frauke Petry gibt Austritt aus der AfD bekannt

Alternative für Deutschland: Parteichefin Frauke Petry gibt Austritt aus der AfD bekannt

Parteichefin Frauke Petry wird die Alternative für Deutschland verlassen. „Klar ist, dass dieser Schritt erfolgen wird“, sagte Petry heute in Dresden, ohne einen genauen Zeitpunkt für ihren Austritt zu nennen. Während ihre Noch-Partei-Kollegen im Bundestag tagen, gab die AfD-Chefin außerdem bekannt, ihr Amt als Fraktionsvorsitzende im Sächsischen Landtag niederzulegen. Auch der Parlamentarische Geschäftsführer Uwe Wurlitzer und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kirsten Muster würden ihre Ämter mit Ablauf des heutigen Tages niederlegen und ebenfalls die AfD-Fraktion verlassen, erklärte Petry. Grund seien grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten mit Teilen der Partei, die eine Fortführung der Arbeit in der Fraktion nicht möglich machten. Die Frage, ob sie eine neue Partei gründen wolle, ließ die 42-Jährige unbeantwortet.

Auch Petry-Ehemann Pretzell verlässt AfD

INFO-BOX:
Alternative für Deutschland (AfD)
Die Alternative für Deutschland wurde 2013 in Berlin gegründet. Vorsitzender und Gründungsinitiator war der Ökonom Bernd Lucke. Die zunächst als europa-skeptisch und rechtsliberal gestartete AfD wandelte sich nach der Abwahl Luckes im Sommer 2015 zu einer rechtspopulistischen Partei mit Offenheit zum Rechtsextremismus. Bei der Bundestagswahl 2017 zog die AfD mit 12,6 Prozent der Stimmen in den 19. Deutschen Bundestag ein. Dort ist sie drittstärkste Kraft und stellt seit Bildung der Großen Koalition die größte Oppositionsfraktion.
Homepage der AfD
Petry hatte bei der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag ein Direktmandat gewonnen, in der Bundespressekonferenz aber am gestrigen Montag bereits angekündigt, auch dort nicht der AfD-Fraktion angehören zu wollen. Nach Informationen von „RP Online“ kündigte in Düsseldorf auch Petrys Ehemann und AfD-NRW-Chef Marcus Pretzell an, sich aus der Landtagsfraktion sowie der Partei zurückzuziehen.

Während also vielerorts prominente Führungspersönlichen der AfD von Bord gehen, ist die AfD-Bundestagsfraktion am heutigen Dienstag vollständig zu ihrer konstituierenden Sitzung im Reichstag zusammengekommen. Die nach dem Abgang von Petry verbliebenen 93 Abgeordneten wollten dabei zunächst über die Geschäftsordnung diskutieren. Anschließend könnte bereits die Wahl der Fraktionsführung, für die sich die beiden Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland bewerben, stattfinden.

Gauland sagte in einem kurzen Statement mit Blick auf weitere Abtrünnige, dass er hoffe, dass es nicht dazu kommen werde. „Wir binden alle AfD-Mitglieder ein, die mit uns zusammenarbeiten wollen“. Auch Alice Weidel wollte keine Tendenzen hinsichtlich einer möglichen Spaltung bei der AfD erkennen. Für den Abgang Petrys habe sie „kein Verständnis.“

AfD drittstärkste Kraft im neuen Parlament

Frauke Petry hatte ihren Austritt aus der Bundestagsfraktion gestern damit begründet, dass Weidel und Gauland die AfD auf eine Fundamentalopposition festlegen wollen, während sie selbst lieber „Realpolitik“ betreiben und die AfD auf diese Weise bis 2021 regierungsfähig machen wolle. Angesprochen auf die Frage, wie die AfD nach den oft lauten und aggressiven Tönen im Wahlkampf im Bundestag auftreten wolle, erwiderte Gauland, dass die Sprache im Wahlkampf eine andere als im Parlament sei. „Wir wissen, dass wir eine große Verantwortung haben“, so Gauland. Die AfD war bei der Wahl am Sonntag mit 12,6 Prozent der Stimmen nach CDU und SPD drittstärkste Kraft im Deutschen Bundestag geworden.

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