home Politik Mecklenburg-Vorpommern: Ministerpräsident Erwin Sellering tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück

Mecklenburg-Vorpommern: Ministerpräsident Erwin Sellering tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück

Der Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns, Erwin Sellering, ist heute überraschend von allen Ämtern zurückgetreten. Aufgrund einer kürzlich diagnostizierten schweren Erkrankung sieht er sich nicht mehr in der Lage, seine Aufgaben zu erfüllen. Als Nachfolgerin für seinen Posten wird Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig gehandelt.

Überraschend diagnostizierte Krebserkrankung

Wie Sellering in einer schriftlichen Mitteilung bekannt gab, ist bei ihm „vor einigen Tagen völlig überraschend eine Lymphdrüsen-Krebserkrankung festgestellt worden, die umgehend eine massive Therapie erfordert.“ Deshalb werde er nicht mehr in der Lage sein, das Ministerpräsidentenamt so auszufüllen, wie es nötig sei. Gleichzeitig legte er seinen Posten als SPD-Chef des Landes nieder, für den er erst am 13. Mai beim Landesparteitag in Rostock bestätigt wurde.

Manuela Schwesig © bmfsfj.de / Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Wie der Landesverband der SPD und die Staatskanzlei bestätigten, brachte der 67-Jährige Manuela Schwesig als Nachfolgerin für beide Ämter ins Gespräch. Bevor sie nach Berlin wechselte, leitete Schwesig unter Sellering von 2008 bis 2013 das Sozialministerium und war bis 2014 Mitglied des Landtags. Die SPD-Spitze Mecklenburg-Vorpommerns stellte sich hinter Sellerings Wunschkandidatin, die Entscheidung darüber ist jedoch noch nicht gefallen. Sein Amt will der scheidende Ministerpräsident noch bis zur Klärung der Nachfolge weiterführen, die in den nächsten Tagen erfolgen soll.

SPD-Chef Schulz vertagt Nachfolgefrage

SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz äußerte Respekt vor der Rücktrittsentscheidung Sellerings, mit dem er am Montagabend ein langes Gespräch geführt habe. „Uns verbindet eine langjährige Freundschaft, wir sind mit unseren Gefühlen und in voller Solidarität bei ihm“, erklärte Schulz und wünschte ihm und seiner Familie Kraft für die nun bevorstehende „schwere Prüfung“. Gleichzeitig kündigte er an, sich aus Respekt vor der Situation erst später zu Personalfragen äußern zu wollen.

Update: Hubertus Heil neuer SPD-Generalsekretär?

Neuesten Spekulationen zufolge soll die bisherige SPD-Generalsektretärin Katarina Barley die Nachfolge von Manuela Schwesig im Bundesfamilienministerium antreten. Neuer SPD-Generalsektretär wird demnach der bisherige stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil. Dieser hatte den Posten des SPD-Generalsekretärs bereits von 2005 bis 2009 inne.

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