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Neue Fußball-Regeln: DFB vertagt Entscheidung über Gelbsperren für Trainer

Bild: wikimedia.org / Werner100359 / Lizenz: CC BY-SA 4.0

Mit dem Spiel VfB Stuttgart gegen Hannover 96 startet heute die 2. Bundesliga in ihre neue Saison. Zur neuen Saison können nach einem Beschluss des International Football Association Board (IFAB) auch erstmals Betreuer und Coaches bei einem Fehlverhalten mit Gelben und Roten Karten bestraft werden. Während auf Feldverweise zwingend Sperren von mindestens einem Spiel vorgeschrieben sind, liegen weitere Sanktionen wie Gelbsperren in den Händen der nationalen Verbände. Bei den Trainern stießen die neuen Regeln fast durchweg auf teils harsche Kritik.

Funkel: „Größter Schwachsinn aller Zeiten“

Eine mögliche Sperre nach drei Verwarnungen bezeichnete beispielsweise Düsseldorfs Coach Friedhelm Funkel als den „größten Schwachsinn aller Zeiten“. Damit würden die Trainer bei ihren Aufgaben und ihrer Arbeit völlig unnötig beschnitten, sagte Funkel. Auch Borussia Mönchengladbachs neuer Trainer Marco Rose kann den neuen Regeln nicht viel abgewinnen. „Man muss aufpassen, dass man den Fußball Fußball sein lässt, so wie er viele Jahre richtig gut funktioniert nicht. Im Moment ändern wir ziemlich viel, ich weiß nicht, ob das immer zum Vorteil des Sports ist.“ Außerdem kritisierte Rose, dass man Spieler erst nach der fünften Gelben Karte, Trainer aber schon nach der dritten Verwarnung sperren wolle.

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Florian Kohfeldt, Trainer von Werder Bremen und ohnehin kein Kind von Traurigkeit an der Seitenlinie, sagte vor dem Abflug seines Teams ins Trainingslager am Chiemsee gegenüber der „Bild“: „Ich halte das für grenzwertig. Es wird das Verhältnis zwischen Trainern zu Schiedsrichtern noch mehr belasten.“ Nach Meinung von HSV-Coach Dieter Hecking sollte man alles, was die Emotionen dämmt, „gleich wieder einstampfen.“ Gelbe Karten für Trainer soll es nach den neuen Regeln unter anderem für das Verlassen der Coaching-Zone, beim Werfen von Trinkflaschen, absichtlichen Spielverzögerungen oder Protesten bzw. respektlosen Gesten geben. „Bei einem Vergehen, bei dem der Täter nicht eruiert werden kann, wird die Disziplinarmaßnahme gegen den höchstrangigen Trainer in der technischen Zone ausgesprochen“, heißt es zudem in den Regeln (siehe auch Info-Box).

Entscheidung für 1. und 2. Bundesliga am 21. August

In seiner heutigen Sitzung in Frankfurt am Main konnte sich der Deutsche Fußball Bund (DFB) allerdings noch nicht auf eine endgültige Entscheidung zum Umgang mit Gelben Karten bei Trainern einigen. Eine Sperre nach drei Verwarnungen ist damit noch nicht beschlossen. Bei Gelben Karte mache die FIFA keine zwingenden Vorgaben, so DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch. Anders sehe es bei Roten Karten aus. Dort gäbe es „keinen Handlungsspielraum“. Die neuen Regelungen bei Verwarnungen will nun die DFL in ihrer Generalversammlung am 21. August in Berlin diskutieren. Für die Ligen unterhalb der 2. Bundesliga will der DFB bei seinem Bundestag am 27. September eine Regelung treffen.