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Rücktritt: Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier beendet Karriere

Bild: wikimedia.org / Pavel Hrdlička / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier beendet ihre Karriere als Leistungssportlerin. Das gab die 25-Jährige in einem Facebook-Post sowie auf ihrer Webseite bekannt. „Nach einer unfassbar harten Saison voller Höhen und Tiefen verspüre ich nicht mehr die hundertprozentige Leidenschaft, die für den Profisport erforderlich ist“, begründete Dahlmeier ihren Schritt. Völlig überraschend kommt diese Entscheidung nicht, Dahlmeier hatte schon nach ihren drei gewonnenen Medaillen bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang ähnliche Gedanken geäußert, sich aber dann für eine Fortsetzung ihrer Karriere entschieden.

Dahlmeier: „Jetzt der richtige Zeitpunkt“

Die siebenmalige Weltmeisterin in ihrem Statement weiter: „Meine Entscheidung fällt mir wirklich nicht leicht und mein endgültiger Entschluss durfte nun schon länger reifen. Aber ich merke, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für mich gekommen ist.“ Als Hauptgrund für ihren Entschluss gibt Dahlmeier an, keine sportlichen Ziele mehr zu haben, „die einem alles bedeuten und für die man alles in die Waageschale werfen würde. Heute bin ich an dem Punkt, an dem ich nicht weiß, was genau ich mir für ein Ziel vornehmen sollte, geschweige denn, ob es mir überhaupt wieder gelingen könnte.“ Mit Dahlmeier verliert der Deutsche Biathlon-Verband seine Vorzeige-Skijägerin und die mit Abstand erfolgreichste Athletin der vergangenen Jahre. Dahlmeier galt als legitime Nachfolgerin von Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner, die 2012 ebenfalls im selben Alter zurückgetreten war.

Schon in der letzten Saison ließ Dahlmeier ihr Körper mehrfach im Stich. Im Herbst lag sie entkräftet im Krankenhaus, danach folgten Krankheiten und Ausfälle. Sie verpasste zahlreiche Rennen und müsste sich mehrfach mühsam wieder herankämpfen. Trotzdem gewann sie bei der Weltmeisterschaft im März im schwedischen Östersund nochmals zwei Bronzemedaillen, die für sie nach all den Rückschlägen „in goldener Farbe“ glänzten. Vor ihren Erfolgen in Pyeongchang holte Dahlmeier 2017 fünfmal Gold und einmal Silber bei der WM in Hochfilzen. Als erste Biathletin überhaupt gewann sie saisonübergreifend 13 Medaillen nacheinander und fünfmal Gold bei einer WM. Hinzu kommen 20 Siege im Weltcup. Doch ihr Sport für nie alles für Dahlmeier. Sie liebte das Klettern, die Freiheit der Berge. Ihre Touren führten sie durch Nepal, Südamerika oder die USA. Hier fand sie die Ruhe, die ihr im hektischen Leistungssportbetrieb zu oft fehlte.

Abschied bei der Team-Challenge auf Schalke

Auch ihr engstes Umfeld hatte daher schon öffentlich spekuliert, wie lange Dahlmeier noch im Weltcup unterwegs sein werde. „Vom Bauchgefühl her würde ich sagen, dass Laura bei Olympia 2022 in Peking nicht mehr am Start ist“, sagte ihr Heimtrainer und Entdecker Bernhard Kröll im Frühjahr. Nun hört Dahlmeier schon deutlich früher auf. Von ihren Fans will sich die Ausnahmebiathletin im Dezember bei der Team-Challenge auf Schalke verabschieden.