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Chinesischer Konzern Huazhu kauft Steigenberger-Hotels

Bild: deutschehospitality.com / Deutsche Hospitality

Der chinesische Hotelbetreiber Huazhu kauft die Steigenberger-Dachgesellschaft Deutsche Hospitality für 700 Millionen Euro vom ägyptischen Tourismus-Unternehmer Hamed El-Chiaty („Iberotel“, „Sol y Mar“). Das teilte der neue Eigentümer der Hotelgruppe heute mit. Zur Deutsche Hospitality gehören insgesamt 118 Hotels in 19 Ländern. Darunter befinden sich die Marken Steigenberger, MAXX by Steigenberger, IntercityHotel, Jaz in the City und die erst im vergangenen Jahr erworbene dänische Kette Zleep Hotels. 36 weitere Hotels seien in Planung oder bereits im Bau. Bis 2024 wolle man auf 250 Standorte expandieren, teilte die Deutsche Hospitality mit.

Huazhu neuntgrößter Hotelbetreiber der Welt

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Mit der Übernahme des Hotels „Europäischer Hof“ in Baden-Baden als Schuldtitel legte Albert Steigenberger 1930 den Grundstein für das Steigenberger-Hotelimperium. Zur A. Steigenberger KGaA gehörten bis zu seinem Tod 1958 unter anderem das „Drei Mohren“ in Augsburg, der „Frankfurter Hof“ in Frankfurt am Main und das „Park Hotel“ in Düsseldorf. Bis zum Verkauf der Gesellschaft 2009 an Travco waren 99,6 Prozent der Aktien in Familienbesitz.
Die an der New Yorker Börse NASDAQ gelistete Huazhu betreibt nach eigenen Angaben mehr als 5.000 Hotels in 400 Städten unter 18 Marken. Nach Zimmern sei das Unternehmen der neuntgrößte Hotelbetreiber der Welt. Die Übernahme der Deutschen Hospitality beschleunigt Huazhus Wachstumsstrategie, treibt das Umsatzwachstum im Upscale- und Luxussegment in Asien, inklusive China, voran und trägt zum Ausbau der internationalen Präsenz bei“, begründete der Konzern die Übernahme. Huazhu-Vorstandschefin Jenny Zhang sagte, die Gruppe werde künftig „für europäische Gastlichkeit, deutsche Qualität und asiatische Geschwindigkeit“ stehen.

Der ägyptische Unternehmer El-Chiaty mit seinem Konzern Travco hatte die rund 90 Jahre alte Traditionsmarke Steigenberger 2009 von den Erben übernommen. Er habe das Erbe der Familie bewahrt und weiterentwickelt, sagte Huazhu-Gründer Qi Ji. Steigenberger biete „Gästen aus aller Welt eine perfekte Balance aus Tradition und Moderne“. Die Steigenberger-Hotel-Immobilien im Zentrum von Frankfurt am Main („Frankfurter Hof“) sowie am Frankfurter Flughafen und in Davos bleiben weiterhin in Familienbesitz. Der „Frankfurter Hof“ gilt dabei bis heute als Aushängeschild des Unternehmens. Als eines der ersten Häuser neben dem Europäischen Hof in Baden-Baden, gab das Hotel die Richtung und den Standard der folgenden Hotels vor.

Steigenberger 2018 mit 770 Millionen Euro Umsatz

Steigenberger hatte bereits vor einiger Zeit Expansionspläne vorgestellt. „Die Übernahme durch Huazhu steht im Einklang mit dieser Zielsetzung“, schrieb der Konzern heute. Man erhoffe sich dadurch eine verbesserte Wettbewerbsposition in Europa. Im Nahen Osten sowie auf dem afrikanischen Markt. Im vergangenen Jahr verzeichnete Steigenberger einen Umsatz von 770 Millionen Euro. Damit konnte man seinen Umsatz im Vergleich zu 2017 um 46 Millionen Euro steigern.