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Ende des Booms? Bitcoin stürzt auf 45.000 Dollar ab

Platzt die Bitcoin-Blase? Der Wert der ältesten und bei weitem marktmäßig größten Digitalwährung Bitcoin ist am Dienstag um mehr als 16 Prozent gefallen. Auf der Handelsplattform Bitstamp notierte die Kryptowährung zeitweise nur noch bei 45.000 Dollar. Später erholte sie sich wieder auf rund 49.000 Dollar. Noch am Wochenende hatte der Bitcoin deutlich höher gestanden und fast die Marke von 60.000 Dollar durchbrochen.

Tesla-Chef Musk investiert in Bitcoins

INFO-BOX:
Bitcoin
Das Bitcoin-Zahlungssystem wurde erstmals 2008 beschrieben. Die Überweisung von Bitcoins erfolgt durch einen Zusammenschluss von Rechnern über das Internet mithilfe einer speziellen Peer-to-Peer-Anwendung. Die Zahlungen sind mit kryptographischen Techniken geschützt, weshalb der Bitcoin auch als Kryptowährung bezeichnet wird.
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„Einen gewissen Verkauf zu sehen ist völlig gesund und normal“, sagte James Quinn, Geschäftsführer bei Digital Asset Platform Q9 Capital in Hongkong. Allerdings sei die Liquidation von fremdfinanzierten Positionen auf der Kryptobörse Binance in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar enorm. Dies deute darauf hin, dass Kleinanleger verkaufen könnten. Neben dem Bitcoin mussten auch die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum sowie andere Digitalwerte wie XRP, Litecoin oder Bitcoin Cash merkliche Verluste von bis zu 20 Prozent und mehr hinnehmen. Der Marktwert aller 8.500 Kryptowährungen fiel auf 1,35 Billionen Dollar. Am Wochenende hatte dieser noch ein Rekordhoch von rund 1,76 Billionen Dollar erreicht. Alle im Umlauf befindlichen Bitcoins waren am Dienstag etwa 850 Milliarden Dollar wert. Am Freitag hatte die Digitalwährung erstmals die Schwelle von einer Billion Dollar übersprungen.

Nachdem der Elektroautohersteller Tesla mehr als 1,5 Milliarden Dollar in die Kryptowährung investiert hatte, war der Bitcoin auf mehr als 50.000 Dollar gesprungen. Zum Vergleich: Noch vor gut einem Jahr war ein Bitcoin noch nicht einmal 10.000 Dollar wert. Tesla-Chef Elon Musk ist seit langem ein glühender Verfechter von Digitalwährungen und will den Bitcoin zukünftig auch als Zahlungsmittel akzeptieren. Allerdings hatte er sich zuletzt auf Rückfrage auch etwas vorsichtiger zu dem aus seiner Sicht hohen Kurs des Bitcoin geäußert. Nicht zuletzt diese Äußerung hatte am Markt für Ernüchterung gesorgt. Trotzdem rätseln Marktbeobachter, weshalb sich die Stimmung so schnell gedreht hat. Eine naheliegende Erklärung wäre, dass Bitcoin und Co. schlicht „überkauft“ sind, der ganze Markt also überhitzt ist. Die frühere Chefin der US-Notenbank und jetzige US-Finanzministerin Janet Yellen pocht auf eine stärkere Regulierung von Kryptowährungen. Der Bitcoin sei bei der Durchführung von Transaktionen extrem ineffizient und ein hochspekulativer Vermögenswert.

Bitfinex soll hohe Verluste verschleiert haben

Der US-Staat New York verbot am Dienstag zudem den Handel der Kryptoplattform Bitfinex und des von diesem betriebenen Stablecoin Tether, dem in der Vergangenheit eine zentrale Rolle beim Aufblasen der Bitcoin-Blase zugeschrieben wurde. Die Behauptung von Bitfinex, Tether sei voll von sicheren US-Dollars gedeckt, sei „eine Lüge“, erklärte Justizministerin und Generalstaatsanwältin Letitia James. Der Firma habe Staat und Anleger getäuscht und Verluste in Höhe von 850 Millionen Dollar verschleiert.