home Auto, Wirtschaft 2.000 neue Arbeitsplätze: Opel baut Batteriezellen-Gigafactory in Kaiserslautern

2.000 neue Arbeitsplätze: Opel baut Batteriezellen-Gigafactory in Kaiserslautern

Bild: bmwi.de / Bundesministerium für Wirtschaft und Energie / © Andreas Liebschner

Batterien für Elektroautos werden bisher in erster Linie in Ländern wie China und Südkorea hergestellt. Die deutschen Autobauer Volkswagen und Opel wollen jetzt mit jeweils einer eigenen „Gigafactory“ gegensteuern. Am Opel-Standort Kaiserslautern soll ab 2024 die bisher größte Batteriezellenproduktion für Elektroautos in Deutschland an den Start gehen. Wie Opel-Chef Michael Lohscheller heute auf einer Pressekonferenz ankündigte, sollen dafür zwei Milliarden Euro investiert werden und bis zu 2.000 Arbeitsplätze entstehen.

Kaiserslautern „zentraler Baustein“ von Opels Elektro-Strategie

Der seit 2017 zur französischen PSA-Gruppe gehörende Autohersteller will in Kaiserslautern schrittweise drei Blöcke mit einer Kapazität von je acht Gigawattstunden aufbauen. Zum Vergleich: Tesla fertigt derzeit gemeinsam mit Panasonic in seiner Gigafactory 1 in der Wüste Nevadas derzeit Batterien mit über 20 Gigawattstunden pro Jahr. Wenn die Gigafactory voll ausgebaut ist, sollen dort 35 Gigawattstunden pro Jahr gefertigt werden. Opel plant, die Batteriezellen aus der ab 2024 geplanten Produktion allerdings nicht nur für eigene Fahrzeuge einzusetzen, sondern diese auch für andere Hersteller verfügbar zu machen. Grundsätzlich sei man „offen für weitere Partner“, sagte Lohscheller. Den Standort Kaiserslautern will Opel zum „zentralen Baustein“ seiner Elektro-Strategie machen. Bis zum Start der Batterieproduktion soll die komplette Modellpalette elektrifiziert sein. Lohscheller betonte, die Autoindustrie insgesamt stehe „vor der wahrscheinlich größten Strukturreform ihrer Geschichte“.

In Kaiserslautern will man jährlich bis zu einer halben Million Batterien für Elektroautos bauen. Neben dem deutschen Werk wird es eine zweite Fabrik in Frankreich geben. Insgesamt wollen der französische Batteriehersteller Saft und PSA sechs Milliarden Euro in die beiden Firmen investieren und für die Batterieherstellung ein Gemeinschaftsunternehmen unter dem Namen ACC (Automotive Cell Company) gründen. Frankreich, Deutschland und die EU schießen insgesamt 1,3 Milliarden Euro hinzu.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte bei der Vorstellung der Pläne in Kaiserslautern, man wolle „die besten und nachhaltigsten Batterien in Deutschland und Europa bauen“, die „neue Maßstäbe bei der CO2-Bilanz und Nachhaltigkeit setzen können“. Der Bund werde sich daher mit „einem beachtlichen dreistelligen Millionenbetrag“ an dem Projekt beteiligen. Eine genaue Summe könne man erst in einigen Wochen nennen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) begrüßte die Ansiedlung der Batteriezellenproduktion in ihrem Bundesland als wichtigen Schritt, „um zukunftsfeste Arbeitsplätze in der Region zu schaffen“.

Volkswagen-Batteriefabrik soll ebenfalls 2024 fertig sein

Schon vor einigen Monaten hatte indes Volkswagen angekündigt, in Salzgitter zusammen mit dem schwedischen Unternehmen Northvolt eine Batteriezellenfabrik aufzubauen. Wie heute bekannt wurde, soll deren Kapazität aber von den bisher geplanten 16 auf 24 Gigawattstunden pro Jahr steigen. Mit dem Bau des Werks, das ebenfalls 2024 fertiggestellt werden soll, will man im kommenden Jahr beginnen. Der entsprechende Bauantrag soll im März eingereicht werden. Auch für Volkswagen ist eine eigene Batterieproduktion ein wichtiger Baustein in der „Elektro-Offensive“ des Konzerns. Bis 2024 fließen insgesamt 33 Milliarden Euro in die E-Mobilität, bei der Kernmarke VW PKW sind es elf Milliarden Euro.