home Gesundheit, Technik Sony, Amazon und Nvidia: Zahlreiche Absagen für Mobile World Congress wegen Coronavirus

Sony, Amazon und Nvidia: Zahlreiche Absagen für Mobile World Congress wegen Coronavirus

Bild: gsma.photos / GSMA / GSM Association

Vom 24. bis 27. Februar will in sich in Barcelona auch in diesem Jahr wieder das Who-is-Who der Technikbranche treffen, um die Neuheiten aus dem Mobilfunksektor vorzustellen. Der Mobile World Congress (MWC) zählt weltweit zu den wichtigsten und größten Technikmessen für Smartphones, Tablets & Co. und lockt seit 1987 jährlich Unternehmen aus der ganzen Welt in die spanische Metropole. Nun aber haben für die diesjährige Ausgabe einige renommierte Veranstalter aufgrund der öffentlichen Gesundheitsrisiken durch das Coronavirus ihre Teilnahme abgesagt. Nachdem bereits feststand, dass LG, Nvidia und Ericsson nicht auf dem MWC 2020 vertreten sein werden, gaben heute auch Amazon und Sony ihre Absage bekannt.

Neue Xperia-Smartphones auf Youtube statt in Barcelona

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Der GSMA Mobile World Congress findet jährlich seit 1987 statt. Mit mehr als 2.000 Ausstellern und über 100.000 Besuchern ist er die größte Mobilfunkmesse Europas. Veranstalter der Messe ist die GSM Association. Zunächst fand sie in London, 1995 in Madrid und zwischen 1996 und 2005 in Cannes an der Cote d’Azur statt. Seit 2006 ist sie in Barcelona beheimatet. Im Juli 2015 wurde bekannt, dass der MWC noch bis mindestens 2023 dort auf dem Messegelände am Montjuïc stattfinden wird. Von 2001 bis 2007 lautete die Bezeichnung der Messe „3GSM World Congress“, seit 2008 firmiert sie unter ihrem aktuellen Namen.
Sony wollte auf der größten Mobilfunkmesser der Welt eigentlich die neueste Generation seiner Xperia-Smartphones vorstellen. Dazu war auch bereits eine Pressekonferenz angesetzt. Doch daraus wird nun nichts. Stattdessen will man die Pressekonferenz nun per Youtube-Livestream abhalten und die neuen Xperia-Smartphones per Video präsentieren. Man lege größten Wert auf die Sicherheit seiner Mitarbeiter und Kunden und habe daher diese schwierige Entscheidung getroffen, schrieb das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Kurz davon hatte bereits der Branchenriese Amazon seinen Rückzug verkündet. Das Unternehmen stellt zwar selbst keine Smartphones her, wollte in Barcelona aber vor allem neue Kunden für seine boomende Cloud-Computing-Sparte gewinnen.

Schon vor einigen Tagen hatte der Elektronik-Riese LG seinen Messeauftritt abgeblasen. Aus Sorge um die Gesundheit seiner Mitarbeiter habe das Unternehmen beschlossen, dem Spektakel in diesem Jahr fernzubleiben. Seine neuen Produkte will der Konzern zu einem späteren Zeitpunkt auf hauseigenen Veranstaltungen präsentieren. Kurz danach sagte der chinesische Hersteller ZTE eine für den 25. Februar geplante Pressekonferenz auf der Messe kurzfristig ab. Ein ZTE-Messestand ist aber weiterhin geplant.

Am Freitag zogen schließlich der schwedische Mobilfunkkonzern Ericsson, eigentlich einer der größten Aussteller auf der Messe, und am Samstag der Grafikkartenhersteller Nvidia nach. In einem Blogeintrag schrieb Nvidia, dass man die GSM Association (GSMA) – den Veranstalter des Mobile World Congress – darüber informiert habe, dass man seine Mitarbeiter in diesem Jahr nicht auf die Messe schicken werde. Als Grund nannte man ebenfalls mögliche Gesundheitsrisiken durch das Coronavirus. Nvidia wollte auf der Messe eigentlich seine Neuheiten aus den Bereichen KI, 5G und Virtual Radio Access Networks (vRAN) vorstellen.

Besucher müssen mindestens 14 Tage außerhalb Chinas sein

Der MWC-Veranstalter will die Messe indes wie geplant durchführen. Bereits am 4. Februar gab die GSMA bekannt, dass man die Hygienemaßnahmen auf dem Gelände massiv verschärfen wolle. So werde es vermehrt Möglichkeiten zur Händedesinfektion sowie öffentliche Hinweise auf Risiken und zu ergreifende Sicherheitsmaßnahmen geben. Außerdem sei ein Maßnahmenkatalog geplant, in dem die Veranstalter die Anwesenden beispielsweise dazu anhalten, sich vor Ort nicht die Hände zu schütteln. Diese Regeln wurden am Sonntag nochmals verschärft. So ist es Personen aus der chinesischen Provinz Hubei nun untersagt, am MWC teilzunehmen. Personen aus anderen Regionen müssen nachweisen, dass sie sich seit mindestens 14 Tagen außerhalb Chinas befinden. Darüber hinaus soll es Temperaturmessungen geben und Besucher müssen „belegen“, dass sie nicht mit infizierten Personen in Kontakt waren.