home Gesundheit Mosquirix: Erster Impfstoff gegen Malaria steht vor der Zulassung

Mosquirix: Erster Impfstoff gegen Malaria steht vor der Zulassung

Jährlich sterben noch immer rund eine halbe Million Menschen an Malaria. Die hauptsächlich in den Tropen verbreitete Krankheit ist besonders für Kinder und alte Menschen gefährlich und konnte trotz intensiver Bemühungen bisher kaum eingedämmt werden. Nun soll ein erster Impfstoff freigegeben werden, der viele Leben retten könnte.

Einführung nicht ohne Bedenken

INFO-BOX
Malaria – auch Sumpffieber, Wechselfieber oder Kaltes Fieber genannt – ist eine Tropenkrankheit, die von einzelligen Parasiten der Gattung Plasmodium hervorgerufen wird.
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Das Mittel wurde unter dem Namen RTS,S entwickelt und soll als „Mosquirix“ auf den Markt kommen. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat den Einsatz des Vakzins empfohlen, was für gewöhnlich die Zustimmung der EU-Kommission nach sich zieht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO will ebenfalls noch in diesem Jahr prüfen, wann und wie das Mittel eingesetzt werden kann.

Frei von Bedenken ist die Verwendung aber schon jetzt nicht. Während der bislang durchgeführten Studien waren einzelne Patienten nach der Gabe von Mosquirix an Hirnhautentzündung erkrankt. Ob es tatsächlich einen Zusammenhang gibt, ist laut den verantwortlichen Medizinern allerdings nicht klar, da das Vakzin in der Regel gut vertragen wurde.

Mittel bietet keinen vollständigen Schutz

Die Entwicklungsarbeit an einem Impfstoff für Malaria zieht sich bereits seit über 30 Jahre hin. Mit RTS,S ist es den Forschern gelungen, ein Protein des Erregers mit einem Wirkstoffverstärker zu kombinieren, wodurch eine Immunreaktion ausgelöst wird, die den Geimpften im Fall einer Malaria-Infektion vor dem Schlimmsten bewahren kann. Vollständigen Schutz wird das Medikament jedoch nicht bieten. In den 2011 und 2012 durchgeführten Studien zeigte sich, dass die Malaria-Fälle bei sechs bis zwölf Wochen alten Babys um 27 Prozent und bei fünf bis 17 Monate alten Kindern um 46 Prozent gesenkt werden konnten.

Für GSK, den Entwickler des Impfstoffs, ist die Arbeit deshalb noch nicht beendet. Wie der Chef des Unternehmens mitteilte, will man auch weiterhin an Impfstoffen und Behandlungsmethoden für die verheerende Krankheit forschen. Auf große Gewinne hofft man trotz der bevorstehenden Freigabe nicht. Mosquirix wird zu einem Preis verkauft werden, der nur fünf Prozent über den Herstellungskosten liegt. Die so verdiente Summe soll dann in die Entwicklung weiterer Impfstoffe für Malaria und andere Tropenkrankheiten fließen.

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