home Panorama Gesellschaft für deutsche Sprache wählt „Flüchtling“ zum Wort des Jahres 2015

Gesellschaft für deutsche Sprache wählt „Flüchtling“ zum Wort des Jahres 2015

Nachdem vor wenigen Wochen der Langenscheidt-Verlag den Begriff „Smombie“ (Zusammensetzung aus Smartphone und Zombie) zum Jugendwort des Jahres gekürt hat, folgt nun auch das Wort des Jahres, das von einer Jury der „Gesellschaft für deutsche Sprache“ (GfdS) bestimmt wurde. Die Wahl fiel in diesem Fall auf „Flüchtling“.

Krisenbegriffe dominieren Liste

Info-Box
Wörter des Jahres
2006: Fanmeile
2007: Klimakatastrophe
2008: Finanzkrise
2009: Abwrackprämie
2010: Wutbürger
2011: Stresstest
2012: Rettungsroutine
2013: GroKo
2014: Lichtgrenze
2015: Flüchtlinge
2016: postfaktisch
2017: Jamaika-Aus
2018: Heißzeit
2019: Respektrente
2020: Corona-Pandemie
2021: Wellenbrecher
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Nach Ansicht der Juroren wird dadurch das Jahr 2015 am besten charakterisiert. Dass die Wahl auf einen Begriff aus der Flüchtlingskrise fallen würde, war jedoch nicht völlig sicher, da im Laufe des Jahres auch andere Themen die Diskussionen in Deutschland bestimmt hatten. Auf den zweiten Platz wählte man deshalb die Solidaritätsbekundung „Je suis Charlie“, die nach dem Anschlag auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo Anfang Januar große Verbreitung fand. Auf Platz 3 findet sich mit „Grexit“ ein Schlagwort aus der Eurokrise. Der Abhörskandal um die NSA spiegelt sich mit „Selektorenliste“ auf Platz 4, die Abgasaffäre bei VW mit „Mogel-Motor“ auf Platz 5 in der Liste wieder.

Dass 2015 für die GfdS nicht nur ein Jahr der Krisen und Skandale war, zeigen andere Begriffe wie „Flexitarier“ und „Selfie-Stab“, die es ebenfalls in die Top 10 geschafft haben. Dennoch sind Schlagworte dominant, die mit den diesjährigen Problemen in Verbindung stehen. Weitere Beispiele aus den laut GfdS wichtigsten Wendungen 2015 sind etwa „Schummel-WM„, „durchwinken“ und Angela Merkels „Wir schaffen das“.

Auswahl nicht nur auf Basis von Häufigkeit

Bei der Bestimmung der Kandidaten stützt sich die Gesellschaft für deutsche Sprache auf Funde aus den Medien, greift aber auch auf Einsendungen zurück. Ob ein Begriff in die Auswahl kommt, hängt von dessen Aussagekraft und nicht ausschließlich von der Popularität ab. So können auch Wendungen wie „Flexitarier“, die nicht dauerhaft in den Medien präsent sind, unter den Spitzenreitern landen.

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