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Urteil: Frau darf Kind trotz Tätowierungen stillen

Anfang des Monats hatte ein australisches Gericht entschieden, dass eine junge Mutter ihren 11 Monate alten Sohn nicht mehr stillen dürfe. Begründet wurde dies mit einer möglichen Infektionsgefahr aufgrund von Tätowierungen, die sich die 20-jährige Mutter wenige Wochen zuvor hatte stechen lassen. Heute wurde das Urteil wieder aufgehoben. Zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kam es im Zuge eines Sorgerechtsstreites. Die Mutter, die vom Kindesvater getrennt lebt, hatte geklagt, weil ihr Ex-Partner den gemeinsamen Sohn nach einem Besuch nicht mehr zurückgebracht hatte.

Richter hielt Tätowierungen für zu gefährlich

Der mit der Sache befasste Richter verwies in einer Anhörung darauf, dass die junge Mutter Medikamente gegen eine postnatale Depression eingenommen hatte. Außerdem habe sie in der Vergangenheit des Öfteren Cannabis konsumiert. Zu dem Stillverbot kam es, weil der Richter zwei frisch gestochene Tattoos als mögliche Gefahrenquelle für den Jungen sah. Nach Medienberichten hatte sich die Frau im vergangenen Monat Finger und Fuß tätowieren lassen.

In dem am 5. Juni ergangenen Urteil begründete der Richter seine Entscheidung damit, dass trotz eines negativen HIV-Tests eine Infektion erst nach drei Monaten sicher auszuschließen sei. In Abwägung der Gefahren auf der einen und den Vorzügen des Stillens auf der anderen Seite kam er zu dem Ergebnis, es sei besser für den Jungen, nicht gestillt zu werden. Das Familiengericht sah dies anders und hob das Urteil nun auf. Der Richter habe die emotionalen und körperlichen Aspekte des Stillens sowie die Folgen eines abrupten Still-Stopps nicht ausreichend gewürdigt.

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Ralf Schmidl

Als Politologe und Online-Redakteur kümmert sich Ralf auf News-Mag in erster Linie um die Bereiche Politik und Wirtschaft. Aber auch zu Lifestyle-Themen wie Smart Living, Car-Trends oder Verbraucherschutz steuert er regelmäßig Artikel auf News-Mag bei.

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