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Verbraucherzentrale Hamburg: Vitalis Früchtemüsli ist Mogelpackung des Jahres 2017

Schlechte Nachrichten für den Lebensmittelhersteller Dr. Oetker: Für eine nicht sofort ersichtliche Verringerung des Packungsinhalts beim „Vitalis Früchtemüsli“ haben Verbraucherschützer dem Produkt den Negativpreis „Mogelpackung des Jahres 2017“ verliehen. Dabei richtete man sich nach dem Ergebnis einer Nutzerwahl.

Verringerter Packungsinhalt und mehr Zucker

Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte Konsumenten aufgerufen, online abzustimmen, um über die Vergabe des diesjährigen Mogelpackung-Titels zu entscheiden. Insgesamt 43.000 Menschen folgten der Einladung. Nach der Auswertung ging das Früchtemüsli aus dem Hause Dr. Oetker als klarer Favorit hervor. 36,5 Prozent der Nutzer hatten dafür gestimmt, den Negativpreis an das Vitalis-Produkt zu verleihen.

Vitalis Früchtemüsli: Alte und neue Packung im Vergleich
© vzhh.de / Verbraucherzentrale Hamburg

Grund dafür ist eine versteckte Preiserhöhung um rund 17 Prozent. Dr. Oetker hatte im vergangenen Jahr den Packungsinhalt des Müslis von 600 auf 500 Gramm reduziert, an der Verpackungsgröße aber kaum etwas geändert und den Preis beibehalten. Begründet wurde dies mit höheren Kosten durch eine verbesserte Rezeptur. Dieses Argument wollten die Verbraucherschützer nicht gelten lassen. Tatsächlich enthält das neue Müsli mehr Zucker und gezuckerte exotische Früchte, während der Vollkornanteil gesenkt wurde. Positiv wird lediglich der Verzicht auf Aromastoffe gesehen.

Preissteigerungen von bis zu 43 Prozent

Den zweiten Platz belegt das Kaugummi „Mentos Pure White“ mit 27,9 Prozent der Stimmen, während 17,6 Prozent der Teilnehmer für „Milka Nussini Riegel“ stimmten, die damit auf Platz 3 der größten Mogelpackungen des vergangenen Jahres landeten. Rang 4 und 5 gingen an die Schokoriegel „Mars Minis“ mit 9,3 und „Erdnuss-Locken Jumbos“ mit 8,6 Prozent.

© vzhh.de / Verbraucherzentrale Hamburg

In allen Fällen hatten die Hersteller im vergangenen Jahr den Inhalt reduziert, ohne das mit einer neuen Verpackung klar ersichtlich zu machen. Dadurch sei es laut den Verbraucherschützern zu Preiserhöhungen von bis zu 43 Prozent gekommen. Nach Ansicht von Armin Valet, einem Sprecher der Verbraucherzentrale Hamburg, versuchen die Hersteller diese mit dem Beibehalten der alten Verpackung zu kaschieren. Würde die Erhöhung direkt auf den Preis aufgeschlagen, blieben die Produkte wohl häufiger im Regal liegen, so Valet.

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