home Panorama Von „facebooken“ bis „Späti“: Duden-Neuauflage enthält 5.000 zusätzliche Begriffe

Von „facebooken“ bis „Späti“: Duden-Neuauflage enthält 5.000 zusätzliche Begriffe

Mitte dieser Woche erscheint der neue Duden. Das alle drei bis fünf Jahre aktualisierte Nachschlagewerk wird dann in der 27. Fassung zu haben sein. Neben einigen Änderungen an der Rechtschreibung bestehender Einträge und der Aufnahme des großen „Esszett“ haben auch 5.000 neue Begriffe Einzug in das Wörterbuch gehalten. Der Duden soll so die Entwicklung der deutschen Sprache in den vergangenen Jahren widerspiegeln.

Politische Debatten und technische Neuerungen schlagen sich nieder

INFO-BOX:
Der neue Duden
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Seit seiner Erstausgabe im Jahr 1880 ist der Duden beständig gewachsen. Waren damals noch 27.000 Wörter zu finden, sind es in der 27. Auflage 145.000. Die Neuzugänge lassen sich dabei vor allem auf die Neuerungen in Gesellschaft, Politik und Technik zurückführen, die den deutschen Sprachschatz um Begriffe ergänzt haben. Beispiele dafür sind „Tablet“ oder „Selfiestick“, die aus einem technischen Umfeld stammen, gesellschaftliche Trends wie „Urban Gardening“ und „Work-Life-Balance“ oder Schlagworte wie „Lügenpresse“, „Flüchtlingskrise“ und „Ramschniveau“, die in politischen Debatten geprägt wurden.

Gleichzeitig sind einige Wörter wieder verschwunden, weil sie sich im Alltag nicht durchsetzen konnten. So wurde etwa das eingedeutschte „Majonäse“ gestrichen, sodass der Duden wieder die klassische Schreibweise „Mayonnaise“ empfiehlt.

Software hilft bei der Wortauswahl

Der technische Fortschritt schlägt sich allerdings nicht nur in den im Duden zu findenden Begriffen nieder, sondern auch in der Art, wie die Neuzugänge ausgewählt wurden. Der Dudenverlag identifiziert Aufnahmekandidaten mithilfe einer Software, in die Texte von Zeitungsartikeln bis zu Romanen eingespeist werden, um den darin enthaltenen Wortschatz auf bisher nicht im Nachschlagewerk zu findende Begriffe zu untersuchen. Dadurch entsteht eine Liste, aus der die nun aufgenommenen Worte ausgewählt wurden.

Der neue Duden © duden.de / Duden

Dass darunter in den letzten Jahren vermehrt Anglizismen waren, hat den Machern des Nachschlagewerks den Vorwurf von Sprachschützern eingebracht, deren Verwendung zu legitimieren. Der Verlag weist das allerdings zurück. Ziel sei es nicht, Regeln über die richtige Verwendung der deutschen Sprache aufzustellen, sondern deren Verwendung im Alltag abzubilden.

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