home Politik US-Präsidentschaftswahl manipuliert? Aktivisten empfehlen Clinton Neuauszählung zu beantragen

US-Präsidentschaftswahl manipuliert? Aktivisten empfehlen Clinton Neuauszählung zu beantragen

Seit Hillary Clinton in den frühen Morgenstunden des 9. November ihre Niederlage eingestanden hat, scheint die US-Wahl entschieden, obwohl die Auszählungen bis zum heutigen Tag nicht abgeschlossen sind. Nun stellt eine Gruppe von Wahlrechtlern und Computerspezialisten den Ausgang in drei Staaten infrage und den Verdacht auf Manipulation in den Raum. Geht es nach ihnen, sollte Clinton die Neuauszählung beantragen.

Gruppe sieht Abweichungen von bis zu 7 Prozent

INFO-BOX:
Probleme mit
Wahlmaschinen
Schon bei früheren Präsidentschaftswahlen kam es in den USA durch Wahlmaschinen zu Problemen. So verzögerte sich im Jahre 2000 die Stimmauszählung in Florida, da eine korrekte Auswertung der mechanisch gestanzten Wahlzettel nicht möglich war.
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Ihren Verdacht stützen die Aktivisten auf die Auswertung von Stimmauszählungen in Wisconsin, Michigan und Pennsylvania. Mitglied des Teams ist unter anderem der Leiter des Instituts für Computersicherheit und Gesellschaft an der Universität Michigan, J. Alex Halderman, heißt es in einem Bericht des „New York Magazine“. Diesem zufolge hat die Gruppe auffällige Abweichungen bei den Wahlergebnissen in Bezirken entdeckt, in denen die Wahl mit Stimmautomaten abgehalten wurde. Beim Beispiel Wisconsin soll Clinton in diesen Countys um bis zu 7 Prozent schlechter abgeschnitten haben, als im Vergleich zu solchen Bezirken, wo die Wahl auf Papierzetteln stattfand, die mit Scannern ausgezählt wurden.

Als mögliche Erklärung sieht Halderman eine Manipulation der Wahlmaschinen durch Hacker. Handfeste Beweise dafür könne das Team nicht vorlegen, die Diskrepanz bei den Ergebnissen sieht man aber als ausreichenden Grund, sich die Stimmen noch einmal anzusehen. Alle Details zu ihren Ergebnissen hat man noch nicht bekannt gegeben. Erst möchte man versuchen, Clintons Team von einer Klage zu überzeugen. Viel Zeit für eine Entscheidung bleibt dabei nicht. Bis Mitte nächster Woche ist die Einspruchsfrist in allen fraglichen Staaten abgelaufen.

Wahlforscher bezweifelt Verdachtsmomente

Ob Clinton die Hinweise ernst nehmen wird, ist derzeit völlig offen. Dagegen sprechen soll unter anderem die Haltung des Weißen Hauses, wo man sich eine reibungslose Übergabe der Regierungsgeschäfte an Trump wünscht. Zudem gibt es bereits jetzt Zweifel an der Richtigkeit der Ergebnisse. Der Wahlforscher Nate Silver unterzog die bekannten Daten einer Kurzanalyse und konnte keine Auffälligkeiten finden, wenn Bildungsgrad und Hautfarbe der Wähler einbezogen werden.

Er räumte zwar ein, dass eine tiefer gehende Analyse tatsächlich ein anderes Ergebnis liefern könnte, es wäre aber kein gutes Zeichen für die Argumentation, wenn bereits ein Kurzcheck zu einem anderen Schluss komme. Unklar sei ihm außerdem, was die Gruppe in Michigan beanstanden könnte. Dort seien bei der Wahl in keinem Bezirk Wahlmaschinen eingesetzt worden, so Silver.

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