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2. Bundesliga: Daniel Thioune neuer Trainer des Hamburger SV

Daniel Thioune wird neuer Trainer beim Fußball-Zweitligisten Hamburger SV. Dies bestätigten die Hanseaten am Montag. Der 45 Jahre alte Coach kommt gemeinsam mit Co-Trainer Merlin Polzin vom Liga-Rivalen VfL Osnabrück und tritt die Nachfolge von Dieter Hecking an, dessen am 30. Juni ausgelaufener Vertrag nach dem verpassten Aufstieg nicht verlängert wurde. Da der Vertrag des neuen Trainers in Osnabrück noch bis 2021 Gültigkeit besaß, muss der HSV eine Ablöse in Höhe von kolportierten 300.000 Euro an die Niedersachsen zahlen. Der VfL Osnabrück teilte mit, über die Ablösemodalitäten sei Stillschweigen vereinbart worden. Auch Stadtrivale FC St. Pauli hatte dem Vernehmen nach Interesse an Thioune.

Thioune: Fernziel erste Liga

INFO-BOX:
Hamburger SV
Trainer seit 2001
2001-2003: Kurt Jara
2003/04: Klaus Toppmöller
2004-2007: Thomas Doll
2007/08: Huub Stevens
2008/09: Martin Jol
2009/10: Bruno Labbadia
2010/11: Armin Veh
2011: Michael Oenning
2011-2013: Thorsten Fink
2013/14: Bert van Marwijk
2014: Mirko Slomka
2014/15: Josef Zinnbauer
2015/16: Bruno Labbadia
2016-2018: Markus Gisdol
2018: Bernd Hollerbach
2018: Christian Titz
2018/2019: Hannes Wolf
2019/2020: Dieter Hecking
2020/2021: Daniel Thioune
2021: Horst Hrubesch
„Wir haben mit Daniel Thioune einen Trainer geholt, der in Osnabrück mit überschaubaren Mitteln eine Mannschaft stetig weiterentwickelt hat. Er passt zu unserer den etwas veränderten Möglichkeiten angepassten Ausrichtung“, sagte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt. Der frühere Zweitliga-Profi Thioune (126 Spiele) gilt als innovativer Fußballlehrer, der junge Spieler führen und verbessern kann. Ungeachtet schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen in Osnabrück geriet der Klassenhalt des VfL unter seiner Regie nie ernsthaft in Gefahr. Gegen den Hamburger SV holte der studierte Sport- und Erziehungswissenschaftler in der abgelaufenen Saison vier von sechs möglichen Punkten. 2017 warf er mit dem damaligen Drittligisten Osnabrück den damaligen Erstligisten HSV aus dem DFB-Pokal.

„Dass der HSV zurück in die Bundesliga möchte, weiß jeder. Aber davon zu reden, bringt uns den Zielen nicht näher“, so der neue HSV-Coach bei seiner Vorstellung. „Als Spieler wollte ich in die Bundesliga, habe es aber nicht geschafft. Als Trainer habe ich dieses Fernziel auch“. Thioune, Sohn eines Senegalesen und einer Deutschen, ist beim ehemaligen Bundesliga-Dino inklusive aller Interims-Trainer bereits der 26. Cheftrainer seit dem Jahr 2000 (siehe dazu auch Info-Box). Sein größter sportlicher Erfolg als Profi war das Erreichen des DFB Pokal-Halbfinales 2003/2004 mit dem VfB Lübeck. Damals verloren die Schleswig-Holsteiner mit Trainer Dieter Hecking in der Verlängerung unglücklich mit 2:3 beim späteren Double-Gewinner Werder Bremen. Nach einer Station als Co-Trainer bei Rot Weiss Ahlen kam Thioune 2014 zum VfL Osnabrück und arbeitete sich dort vom Jugendbereich (U17, U19) zum Cheftrainer hoch.

HSV-Spieleretat schrumpft um sieben Millionen Euro

Mit seiner Verpflichtung hat der HSV die erste wichtige Baustelle geschlossen. Nun gilt es, schnellstmöglich auch die finanziellen Probleme zu lösen. Der Klub ist auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor (bislang Emirates, 1,4 Millionen) sowie nach dem Ausstieg von Mäzen Klaus-Michael Kühne (vier Millionen) nach einem Namensgeber für das Volksparkstadion. Der Spieler-Etat schrumpft um mindestens sieben Millionen von bislang 30 auf 23 Millionen Euro. Thioune gilt in diesem Zusammenhang auch als eher kostengünstige Lösung auf der Bank. „Wir sind uns der Corona- und Liga-bedingten neuen Situation bewusst und werden das nicht bejammern, sondern annehmen“, sagte HSV-Vorstand Boldt. „Für uns geht es darum, unsere aktuellen Herausforderungen zu meistern und mit den vorhandenen Möglichkeiten ein Team zusammenzustellen. Daran arbeiten wir mit vollem Einsatz“.