home Sport England als Vorbild: DFL-Chef Rauball will sich für kürzere Transferperiode einsetzen

England als Vorbild: DFL-Chef Rauball will sich für kürzere Transferperiode einsetzen

Wenn es nach Reinhard Rauball, dem Präsidenten des deutschen Ligaverbandes geht, werden Spielerwechsel nach Saison-Beginn in Zukunft in Deutschland und Europa kein Thema mehr sein. Um das sicherzustellen, will sich der 70-Jährige für eine kürzere Transferperiode einsetzen.

DFL-Mitglieder sollen im Dezember entscheiden

INFO-BOX:
Wechselperioden
Die Wechselperioden in Deutschland sind seit den 1990er-Jahren einheitlich auf die Zeiträume 1. Juli bis 31. August (Periode I) und 1. bis 31. Januar (Periode II) festgelegt.
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Im Gespräch mit der „Sport Bild“ erklärte Rauball, er werde im DFL-Präsidium einen entsprechenden Antrag stellen. Im Dezember könnte dann bei der Mitgliederversammlung darüber abgestimmt werden. In dieser sind die 36 Profivereine der Ersten und Zweiten Bundesliga vertreten. Würde sich die Mehrheit der Klubs für das Ansinnen aussprechen, müsste ein entsprechender Antrag bei den internationalen Verbänden eingereicht werden.

Zu diesem Schluss ist Rauball nach den Erfahrungen mit der diesjährigen Transferperiode gekommen. Obwohl die Saison bereits wieder begonnen hat, machen noch immer Spielerwechsel Schlagzeilen. Der Fußballfunktionär bezeichnete das als einen „Rein- und Raus-Tourismus“, der nicht mehr vertretbar sei. Prominentes Beispiel dafür ist der Abgang von Ousmane Dembélé von Borussia Dortmund, dem Rauball mehrmals als Präsident vorstand, zum FC Barcelona. Um den Druck auf seinen Arbeitgeber zu erhöhen, war Dembélé unter anderem ohne Begründung vom Training ferngeblieben.

Vorschlag trifft auf breite Zustimmung in der Liga

Mit seinem Interesse an der Verkürzung der Wechselfrist steht Rauball nicht allein da. In einer vergangene Woche vom kicker-Sportmagazin durchgeführten Umfrage sprachen sich 17 von 18 Bundesliga-Managern für die neue Begrenzung aus. Borussia Mönchengladbachs Sportchef Max Eberl hatte vor kurzem sogar von Betrug an den Fans gesprochen, wenn man vor Saisonbeginn Dauerkarten verkaufe und später die besten Spieler zu anderen Vereinen wechseln. Deshalb forderte er, dass Transfers abgeschlossen sein müssen, wenn die Meisterschaft beginnt.

Dass das Thema nicht nur in Deutschland diskutiert wird, zeigt eine vergangene Woche in der englischen Premier League gefallene Entscheidung. Dort haben die Verantwortlichen entschieden, dass Vereinswechsel kurz vor dem ersten Liga-Spieltag abgeschlossen sein müssen. Sollte in Deutschland in den kommenden Monaten ein ähnlicher Beschluss gefasst werden, könnte das Signalwirkung für die anderen europäischen Ligen haben.

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