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Mission Aufstieg: Dieter Hecking als Trainer des Hamburger SV vorgestellt

Bild: wikimedia.org / Jan Heimerl / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Dieter Hecking soll den Hamburger SV zurück in die Fußball-Bundesliga führen. Die Hanseaten gaben heute die Verpflichtung des 54-Jährigen als neuen Cheftrainer bekannt, bereits am Nachmittag wurde Hecking im Rahmen einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt. Hecking, der zuvor zweieinhalb Jahre Trainer von Borussia Mönchengladbach war, tritt beim HSV die Nachfolge des glücklosen Hannes Wolf an, der nach dem verpassten Aufstieg den Club bereits nach sieben Monaten wieder verlassen musste.

„Die Zweite Liga schreckt mich nicht“

INFO-BOX:
Hamburger SV
Trainer seit 2001
2001-2003: Kurt Jara
2003/04: Klaus Toppmöller
2004-2007: Thomas Doll
2007/08: Huub Stevens
2008/09: Martin Jol
2009/10: Bruno Labbadia
2010/11: Armin Veh
2011: Michael Oenning
2011-2013: Thorsten Fink
2013/14: Bert van Marwijk
2014: Mirko Slomka
2014/15: Josef Zinnbauer
2015/16: Bruno Labbadia
2016-2018: Markus Gisdol
2018: Bernd Hollerbach
2018: Christian Titz
2018/2019: Hannes Wolf
seit 2019: Dieter Hecking
Hecking erhält laut Sportchef Jonas Boldt, der ebenfalls erst vor wenigen Tagen zum HSV gestoßen war, einen Vertrag bis Saisonende, der sich im Aufstiegsfall automatisch verlängert. Aus Gladbach kommt auch Co-Trainer Dirk Bremser mit an die Elbe. „Ein bisschen Ruhe reinbringen, hoffentlich den Erfolg zurückbringen. Das sind die Hauptaugenmerke, die wir jetzt angehen werden“, umriss der neue HSV-Coach in der Pressekonferenz seine Aufgabe. Für Boldt sei Hecking die „Wunschlösung“ gewesen: „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass sich ein gestandener Bundesligacoach zum HSV bekennt. Dieter Hecking steht für Kontinuität. Das passt hervorragend, denn eine gewisse Ruhe beim Arbeiten ist jetzt sehr vonnöten.“ Kontinuität können die Hanseaten gut gebrauchen. Allein in den vergangenen elf Jahren verschliss der ehemalige Bundesliga-Dino 20 Cheftrainer.

Trotz des Erreichens der Europa League hatte sich Borussia Mönchengladbach schon frühzeitig in der Rückrunde der abgelaufenen Saison dazu entschieden, den Vertrag mit Hecking nicht zu verlängern. Der erfahrene Coach war so in den vergangenen Wochen gleich bei mehreren Vereinen im Gespräch, darunter beim FC Schalke 04. Auch mit dem HSV gab es bereits in der vergangenen Woche mit dem damaligen Sportvorstand Ralf Becker erste Gespräche. Nach dessen überraschender Ablösung blieb Hecking bei Nachfolger Jonas Boldt ebenfalls Kandidat Nummer Eins. Auch Vorstandschef Bernd Hoffmann favorisierte Hecking. Der „Abstieg“ ins Unterhaus sei dabei für ihn kein Problem: „Die Zweite Liga schreckt mich nicht, sie ist viel besser als ihr Ruf. Und vom ersten Tag an gestalten, das fühlt sich gut an“, so Hecking. Vielmehr sei es der Reiz gewesen, den HSV als „große Herausforderung“ mit einem „ambitionierten Ziel“ zu übernehmen.

Pflichtspiel-Auftakt am letzten Juli-Wochenende

Sein Auftrag ist es nun, ein schlagkräftiges Team zu formen, um dann im zweiten Anlauf den Aufstieg zu packen. Der Kader des finanziell klammen Vereines wird dazu massiv umgebaut. Mehr als ein halbes Dutzend Spieler hat den HSV bereits verlassen, weitere Profis sollen folgen. Demgegenüber stehen die bisherigen Neuverpflichtungen von Lukas Hinterseer und Jan Gyamerah vom VfL Bochum, David Kinsombi von Holstein Kiel und Jeremy Dudziak vom FC St. Pauli. Am 17. Juni wird Hecking erstmals das Training im Hamburger Volkspark leiten, rechnet aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit einem kompletten Kader. Das erste Pflichtspiel wird dann der Zweitliga-Auftakt am letzten Juli-Wochenende sein.