home Wirtschaft EU-Kommission gibt grünes Licht für Monsanto-Übernahme durch Bayer

EU-Kommission gibt grünes Licht für Monsanto-Übernahme durch Bayer

Die geplante Übernahme des Saatgutherstellers Monsanto durch den deutschen Chemiekonzern Bayer hat ihre erste große Hürde genommen. Die EU-Kommission stimmte der Fusion der beiden Branchenriesen unter Vorbehalt zu. Im Gegenzug muss Bayer aber Zugeständnisse mit einem Gegenwert von 6 Milliarden Euro machen.

Bayer muss Geschäftsteile verkaufen

INFO-BOX:
Monsanto
Monsanto wurde 1901 in den USA gegründet. Das Unternehmen produziert Saatgut und Herbizide. Seit den 1990er-Jahren setzt es zudem Biotechnologien zur Erzeugung gentechnisch veränderter Feldfrüchte ein.
mehr dazu
Konkret hat Bayer zugesagt, Unternehmensteile abzustoßen, die sich mit dem Geschäft von Monsanto überschneiden. Dies betrifft nahezu den gesamten weltweiten Vertrieb von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln. Auch die Forschung in diesem Bereich soll veräußert werden. Als möglicher Käufer gilt der deutsche Mitbewerber BASF, der außerdem Lizenzen für vermarktete und in der Entwicklungsphase steckende Produkte der digitalen Landwirtschaft erhalten soll.

Mit diesen Verpflichtungen will die Kommission den Erhalt des Wettbewerbs sicherstellen. Die zuständige Kommissarin Margrethe Vestager zeigte sich zuversichtlich, dass dadurch auf den Märkten für Saatgut, Pflanzenschutzmittel und digitale Landwirtschaft auch nach der Fusion ein wirksamer Produkt- und Innovationswettbewerb herrscht.

Brüssel nur die erste Hürde

Die Zustimmung aus Brüssel war zuletzt immer wahrscheinlicher geworden, nachdem die Wettbewerbshüter eine Einigung unter Auflagen in Aussicht gestellt hatten. Dass der Zusammenschluss tatsächlich umgesetzt wird, ist damit aber noch nicht garantiert. Bayer und Monsanto müssen außerdem das Okay der Behörden in den USA und in Brasilien erhalten. Bayer hofft den 62,5 Milliarden Dollar teuren Zukauf bis Mitte des Jahres abschließen zu können, muss sich aber nicht nur mit Wettbewerbsbedenken auseinandersetzen.

Von Umweltschützern wird Monsanto unter anderem für rüde Geschäftspraktiken, die Herstellung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat und gentechnisch veränderten Pflanzen kritisiert. Sollte es zur Fusion kommen, würde Bayer damit zum weltgrößten Produzent von Saatgut aufsteigen. Diese Marktmacht wird ebenfalls skeptisch gesehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.