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Diesel-Affäre: Auch Daimler soll Millionen manipulierter Fahrzeuge verkauft haben

Die Affäre um manipulierte Werte bei Abgasuntersuchungen weitet sich aus. Auch der Autobauer Daimler steht mittlerweile im Verdacht, Motoren mit Mechanismen ausgestattet zu haben, die auf Prüfständen dafür sorgen, dass Grenzwerte eingehalten werden, die sich im Normalbetrieb nicht erreichen lassen. Angeblich sind Millionen Fahrzeuge des Herstellers betroffen.

Staatsanwaltschaft: Hinweise auf Softwaremanipulation

INFO-BOX:
Untersuchungsausschuss
Abgas
Der Untersuchungs-
ausschuss Abgas wurde am 7. Juli 2016 unter Vorsitz von Herbert Behrens (Die Linke) eingesetzt. Seine Aufgabe besteht u.a. darin zu untersuchen, ob die Bundesregierung Kenntnis von den Abgas-
manipulationen der Autohersteller hatte und welche Auswirkungen auf Bevölkerung und Umwelt die Manipulationen hatten.
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Um zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, sollen Daimler-Vertreter in naher Zukunft vor dem Untersuchungsausschuss Abgas im Verkehrsministerium aussagen. Dabei geht es um von der Staatsanwaltschaft Stuttgart vorgebrachte Vorwürfe, wonach der Autobauer einen Teil seiner Motoren mit einer illegalen Software bestückt hat, die eine korrekte Messung der Abgaswerte bei Prüfstandsuntersuchungen verhindert.

Nach Erkenntnissen der Strafverfolgungsbehörde soll Daimler dies sowohl bei Autos als auch bei Kleintransportern praktiziert haben. Als verdächtig gelten Modelle mit den Motoren OM 642 und OM 651, die unter anderem in Mercedes-Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Dazu, in welchen Typen diese konkret eingesetzt werden, wollte sich Daimler auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung nicht äußern und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Wie verschiedene Medien berichten, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Konzern seit gut zehn Jahren in Europa und den USA Fahrzeuge mit manipulierender Software verkauft. Dementsprechend könnte die Gesamtzahl der Pkw und Kleintransporter mit zu hohem Schadstoffausstoß in die Millionen gehen.

Daimler schon länger im Visier der Behörden

Daimler-Fahrzeuge waren schon vor gut einem Jahr durch zu hohe Abgaswerte aufgefallen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hatte den Hersteller deshalb zum freiwilligen Rückruf verdächtiger Dieselmodelle aufgefordert. In der Folge mussten 247.000 Fahrzeuge umgerüstet werden. Der Untersuchungsausschuss Abgas war im Zuge der Dieselaffäre von VW ins Leben gerufen worden und überprüft mittlerweile auch andere Hersteller.

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